Kostenlose E-Books von Microsoft

Mit kostenlosen englischsprachigen E-Books, darunter Bestseller, will Microsoft das Lesen am Display fördern und natürlich langfristig E-Books verkaufen.

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Von
  • Dr. JĂĽrgen Rink

Zwanzig Wochen lang will Microsoft jede Woche drei E-Books kostenlos zum Download bereitstellen. Derzeit warten Candy & Me von Hillary Liftin, Last to Die von James Grippando sowie A Short History of Nearly Everything von Bill Bryson auf die Leser. Vor allem Letzteres dürfte viele interessieren. Bestseller-Autor Bryson, bekannt für seine Reisebücher, hat mit seinem Werk ein populärwissenschaftliches Buch über aktuelle Forschungsthemen vorgelegt.

Einfach macht es Microsoft den E-Book-Jägern aber nicht, denn vor dem Download steht die nach wie vor umstrittene Passport-Anmeldung und die Installation der neusten Version des MS Reader auf einem PC, Tablet PC oder Pocket PC. Die Passport-Anmeldung und nachfolgende Aktivierung gelingt außerdem nur dann, wenn man als Browser den Internet Explorer ab 4.01 oder den Netscape Communicator bzw. Navigator nutzt. Mozilla-Anwender bleiben selbst dann außen vor, nachdem sie sich mit einem der Microsoft genehmen Browser einen Passport-Account geholt haben, denn der Download ist damit auch nicht möglich.

Nach der Passport-Anmeldung muss der Anwender noch den vorher installierten MS Reader für das Passport-Konto aktivieren, erst dann erscheint das ausgewählte E-Book im MS Reader. Und das auch nur dann, wenn man die neuste Version des Reader installiert hat -- denn mit der Werbeaktion will Microsoft die User auch zum Upgrade animieren, da die Kopierschutzmaßnahmen des MS Reader Anfang des Jahres erst ausgehebelt worden waren. Das Kommandozeilen-Tool Convert Lit das in die E-Books integrierte DRM-System (Digital Rights Management) auf Stufe eins (ungeschützt) zurücksetzt, steht zwar noch immer auf der Homepage des Programmierers Dan Jackson bereit, beißt sich an dieser neuen Version aber noch die Zähne aus.

Natürlich will Microsoft mit den kostenlosen Appetithappen auch den Kauf von elektronischem Lesematerial ankurbeln. Wer sich ein Buchgeschenk holt, hat zwangsläufig einen für ein Passport-Konto aktivierten Reader und damit ist er nur wenige Klicks vom E-Book-Shop entfernt. Auf PC und PDA konkurrieren derzeit vor allem Adobe Acrobat Reader, der in der neuen Version auch den bislang eigenen eBook Reader enthält, der Palm Reader für Palm-OS-PDAs und Pocket PC sowie der MS Reader. (jr)