Angriffe auf Webserver: der Tag danach
Der Defacement-Contest, der am Sonntag stattfinden sollte, blieb weitgehend ohne Folgen.
Der vergangene Woche ausgelobte Wettbewerb zum Website-Defacement hatte bei weitem nicht die Ausmaße, wie es amerikanische Behörden und Sicherheitsfirmen teilweise befürchtet hatten. Derjenige, der als erster 6000 Webseiten manipuliert hatte, sollte einen Preis erhalten. Zum Registrieren der gehackten Sites sollte das Defacement-Archiv Zone-H dienen, um den Punktestand zu erfassen.
Allerdings war das Archiv selbst offenbar eine der ersten Webseiten, die von Angreifen aufs Korn genommen wurden und bald nicht mehr zu erreichen war. Insgesamt wurden so nur 500 manipulierte Webseiten gemeldet -- statt der erwarteten 20.000 bis 30.000. An einem normalen Sonntag, ohne Defacement-Wettbewerb, werden auf Zone-H zwischen 1000 und 3000 Seiten gemeldet. Aufgrund der technischen Probleme soll der Veranstalter des Wettbewerbes, ein User mit dem Pseudonym Eleonora (67), den Zeitraum für den Wettbewerb um 24 Stunden verlängert haben.
Bei den wenigen geknackten Webseiten handelt es sich meist um Betreiber kleiner Webauftritte, für die größeren Internetauftritte scheint der Wettbewerb bislang ohne Folgen geblieben zu sein. Allerdings kann es nach Angaben von Sicherheitsexperten bis Ende der Woche dauern, um doch noch eventuelle Schäden festzustellen. Ob die begrenzte Wirkung der Angriffe nun auf die Warnungen und die anschließenden Sicherungsmaßnahmen zurückzuführen sind, bleibt unklar. Richard Forno, unabhängiger Sicherheitsexperte, weist darauf hin, dass die wenigsten Fachleute die Ankündungen ernst genommen hätten. (dab)