Samsung verbannt Kamerahandys aus Werken
Der sĂĽdkoreanische Elektrokonzern befĂĽrchtet Industriespionage.
Der südkoreanische Elektrokonzern Samsung hat in einigen Werken die Benutzung von Mobiltelefonen mit eingebauter Kamera verboten, um Industriespionage vorzubeugen. Die Financial Times (FT) vom heutigen Montag kommentiert die Entscheidung des weltweit drittgrößten Handyproduzenten als "peinliches Eingeständnis über die Missbrauchsmöglichkeiten eines seiner am schnellsten wachsenden Produkte".
Ein Samsung-Sprecher sagte gegenüber der Zeitung, dass von dieser Regelung nur die sensibelsten Betriebe betroffen seien. Dazu zählten Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sowie die Halbleiterlabore. Mitarbeiter und Werksbesucher dürften zwar weiterhin Kamerahandys mit sich führen, müssten aber die Linse mit einem Plastiksticker abkleben.
Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) hatte erst kürzlich ein Verbot von Kamerahandys in Umkleidekabinen ausgesprochen, um die Privatsphäre der Mitglieder zu schützen. Auch der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister (BDS) fürchtet die Voyeure und empfiehlt unter anderem allen Badbetreibern, "in die Badeordnung eine Regelung aufzunehmen, wonach das Fotografieren von Personen ohne deren Einwilligung verboten ist."
Kamerahandys taugen aber nicht nur zum Ausspionieren technischer und nackter Tatsachen, sondern können auch zur Ergreifung von Verbrechern beitragen -- so wie letzte Woche im schwedischen Göteborg, als ein messerschwingender Jugendlicher den Gemüsehändler Sam Gedeon bestehlen wollte. "Moment", vertröstete Gedeon den Gauner, "das Geld ist oben", ging, und kam mit seinem Nokia 7650 zurück. Das Foto, das Gedeon damit vom Räuber einfing, leitete er an die Polizei weiter. 30 Minuten später wurde der Jugendliche festgenommen. (ola)