Konrad-Zuse-Medaille für Bioinformatiker Thomas Lengauer

Die Konrad-Zuse-Medaille wird alle zwei Jahre für besondere Verdienste um die Informatik verliehen -- diesmal an den Direktor des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken.

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Von
  • Christiane Schulzki-Haddouti

Die Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) zeichnet in diesem Jahr den Direktor des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken, Prof. Dr. Thomas Lengauer, mit der Konrad-Zuse-Medaille aus. Lengauer gilt in Fachkreisen als herausragender Vertreter der deutschen Informatik -- nicht nur als Wissenschaftler und Organisator, sondern auch als interdisziplinärer Vordenker.

Lengauer studierte Mathematik und Informatik in Berlin und Stanford und habilitierte an der Universität des Saarlandes. In den siebziger und achtziger Jahren leistete er Forschungsbeiträge zur theoretischen Informatik und zur Methodik des rechnergestützten Entwurfs integrierter Schaltungen. Er schrieb maßgebliche Arbeiten über Simulation, über Kompaktierung, über Floorplanning und globale Verdrahtung und publizierte darüber in dem Buch "Combinatorial Algorithms for Integrated Circuit Layout". Der Transfer algorithmischer Ideen in die Praxis gelang ihm mit Zuschnittsmustern in der Textil- und Lederindustrie.

Von 1992 bis 2001 war Lengauer Institutsleiter bei der GMD und Professor an der Universität Bonn. Hier widmete er sich in einer interdisziplinäre Arbeitsgruppe der Anwendung von Informatikmethoden auf Probleme der Biologie und Chemie. Seit 2001 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik. Er machte die Bioinformatik populär. Auf sein Betreiben wurden bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft zwei Schwerpunktprogramme eingerichtet, eines zum Entwurf von effizienten Algorithmen und das andere zur rechnergestützten Genomanalyse.

Die Konrad-Zuse-Medaille wird alle zwei Jahre für besondere Verdienste um die Informatik verliehen. Die GI verleiht Thomas Lengauer die Auszeichnung am 1. Oktober 2003 in Frankfurt. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (anw)