Red Hat und Microsoft spielen virtuell zusammen
Eine gegenseitige Zertifizierung soll Kunden die Gewissheit geben, dass Red Hat Enterprise Linux als Gastsystem unter Windows Server läuft und umgekehrt.
Red Hat und Microsoft haben ihre jeweiligen Virtualisierungsprodukte gegenseitig zertifiziert. Angekündigt hatten die beiden Konkurrenten die Zusammenarbeit bereits im Februar dieses Jahres. Mit dem Schritt kommen der Linux-Distributor und der Redmonder Riese nach eigenem Bekunden dem Marktwunsch nach mehr Interoperabilität in heterogenen IT-Umgebungen entgegen. Auch beim Support der diversen Betriebssystemkombinationen arbeiten die Unternehmen zusammen.
Die Zertifizierungen umfassen Gastsysteme mit Windows Server 2003, 2008 und Windows Server 2008 R2 auf Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 5.4 mit KVM – Red Hats bevorzugte Virtualisierungstechnik – sowie RHEL-5.2-, -5.3- und 5.4-Gäste unter Windows Server 2008 Hyper-V, Microsoft Hyper-V Server 2008, Windows Server 2008 R2 Hyper-V und Microsoft Hyper-V Server 2008 R2. Das Gütesiegel deckt zudem auch Anwendungen ab, die die Hersteller für ihre jeweilige Plattformen zertifiziert haben.
Ein Blog-Post auf Microsofts Open-Source-Website Port 25 bringt jedoch zutage, dass die Zertifizierung nach dem derzeitigen Stand nur für Red Hat unter Hyper-V im Emulationsmodus gilt. Das Produkt benutzt also noch nicht Microsofts Linux-Treiber, die es dem Linux-Gastsystem möglich machen, die Hardware-Emulation zu umgehen und selbst mit dem Hypervisor zu interagieren.
(akl)