Speicher: Preisanstieg setzt sich durch

Seit Beginn des dritten Quartals 2009 sind die Händlerpreise für DDR2-800-Speicher zum Teil um über 60 Prozent gestiegen. Marktbeobachter rechnen aktuell nicht mit einer Trendwende.

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Von
  • Karl Fröhlich

Die Hoffnungen der Speicherbranche haben sich erfüllt: Im dritten Quartal hat nicht nur die Nachfrage angezogen, sondern es konnten sich auch höhere Preise etablieren. Seit Ende August sind die HEKs für DDR2-RAMs im Schnitt um rund 30 Prozent gestiegen. Im Vergleich mit der KW 28 Anfang Juli kaufen Fachhändler aktuell um bis zu über 60 Prozent teurer ein. War damals ein DDR2-800-Modul mit zwei GByte (Markenware) ab knapp 15 Euro erhältlich, sind dafür momentan circa 25,90 Euro fällig.

"Aktuell spielen die Speicherpreise verrückt und steigen kontinuierlich", erklärt Edmund Dägele, Präsident & CEO bei Takems. "Zurückzuführen ist dies auf die Erhöhung der Contract-Preise. Wir gehen davon aus, dass diese Entwicklung noch bis Mitte Oktober andauert." Bis dahin müssen Reseller mit steigenden Speicherpreisen kalkulieren.

Seit Ende August stiegen die HEKs fĂĽr DDR2-RAMs um bis zu 30 Prozent.

Die Nachfrage konzentriert sich nach wie vor auf DDR2-Module. "Der Umsatz im dritten Quartal liegt schon jetzt deutlich über dem des zweiten Quartals und wird auch über dem des, bereits sehr starken Q1 hinausgehen", erwartet Christian Marhöfer, Geschäftsführer bei Kingston Technology. "Dies begründet sich vor allem durch den Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise. Wir hatten bereits von Q1 auf Q2 eine Erhöhung um 29 Prozent und von Q2 auf Q3 kamen dann nochmals 20 Prozent hinzu." Und auch die erste Woche im vierten Quartal folgt dem Trend. Zulegen konnte DDR3: Bei Kingston liegt der Umsatzanteil mittlerweile bei über zwölf Prozent. Insgesamt verbucht der Hersteller im dritten Quartal einen doppelt so hohen Umsatz mit DDR3 als im Vorquartal.

Das Nachrüsten älterer Rechner ist für den Handel ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts. Der Umsatzanteil von DDR1 liegt immer noch bei über 20 Prozent. Durch die relativ hohen Verkaufspreise bleiben DDR1-Module für Wiederverkäufer weiterhin ein lukrativer Posten mit zweistelligen Margen.

Speicherpreise bleiben im Aufwind

Bis auf weiteres muss der Handel mit steigenden Preisen rechnen. "Insbesondere die Ankündigung von Samsung über den Rückzug aus DDR2 sorgt voraussichtlich für einen weiteren Auftrieb im vierten Quartal", meint Kingston-Manager Marhöfer. Bei DDR3 sei tendenziell mit leicht sinkenden Preisen zu rechnen. Jedoch könne eine verstärkte Nachfrage nach DDR3 diese Entwicklung abbremsen. "So lange der Preisunterschied zwischen DDR2 und DDR3 noch so deutlich ist, wird sich an dem Verhältnis nur langsam etwas ändern und die Tendenz weiterhin nur gedrosselt Richtung DDR3 gehen", meint dagegen Takems-Manager Dägele.

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Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:

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CTT AG
Ecom GmbH
Ingram Micro GmbH
PNY Technologies GmbH

"Vereinzelt könnte es bei DDR1- und DDR2-Speicher zu Lieferengpässen kommen", sagt George Linardatos, Geschäftsführer bei Transcend. "Zudem wird die momentane Knappheit bei SLC- und MLC-NAND-Flash in den kommenden Wochen anhalten – insbesondere bei den Chips zur Produktion von Flash-Karten und USB-Sticks mit Kapazitäten bis zu vier GByte." Laut Linardatos könnte diese Situation das gesamte vierte Quartal 2009 umfassen. Möglich sei auch ein Preisanstieg für Geräte, die auf den Einsatz dieser Chipsorten basieren. (gs)