Haftstrafen für Software-Piraten

In Braunschweig und in London mussten sich Raubkopierer wegen illegalen Handels mit Software vor Gericht verantworten.

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Das Braunschweiger Landgericht hat heute einen 42-Jährigen zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Mann hatte Software, Filme und Musikstücke im Marktwert von mehr als einer Million Euro aus dem Internet heruntergeladen und weiterverkauft. Seine 37 Jahre alte Freundin, die das Geld der Kunden abgeholt hatte, muss wegen Beihilfe 2700 Euro Strafe zahlen, meldet dpa.

Zu 15 Monaten Haft und der Zahlung der Prozesskosten in Höhe von 15.000 Pfund hat der Londoner Central Criminal Court am Freitag voriger Woche einen Pakistaner verurteilt. Er hatte mehrere Jahre lang über Websites und Auktionshäuser wie eBay raubkopierte Software verkauft, teilt die Business Software Alliance (BSA) mit. 2001 habe er sich nach Pakistan abgesetzt, als er nach seiner Festnahme auf Kaution freigelassen wurde. Von dort soll er sein Geschäft weiter betrieben haben. Als er im März 2003 nach Großbritannien einreiste und in eine Verkehrskontrolle geriet, habe ihn die Polizei festgenommen. Der Angeklagte habe sich unter anderem des Handels mit raubkopierter Software sowie Betrug schuldig bekannt.

Der Raubkopierer habe eine ausgefeilte Organisation entwickelt, um auf bis zu 30 Webseiten seine Waren anzubieten. Er soll als legaler Händler aufgetreten und Software von Adobe, Autodesk, Macromedia, Microsoft und Symantec knapp unter dem Ladenpreis verkauft haben. Auf verschiedenen Auktionsseiten soll er bis zu 1700 Programme pro Tag angeboten haben. Mit 17 verschiedenen Mitgliedsnamen und 19 E-Mail-Adressen soll er negative Kundenbewertungen reduziert haben. Die BSA hatte nach Hinweisen eines geprellten Kunden erstmals im Jahr 2000 Ermittlungen gegen den Raubkopierer aufgenommen. (anw)