Morpheus-Nutzer sollen zukĂĽnftig schwerer zu identifizieren sein

Morpheus-Erfinder StreamCast Networks will noch im Juli eine neue Version der P2P-Software herausbringen, die die Identität der Tauschbörsianer besser wahren soll.

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Von
  • Oliver Lau

Während Shawn Fanning, Erfinder von der Napster und damit eigentlich Erzfeind der Musikindustrie, die Seiten wechselt, gehen die Schöpfer der Internet-Tausch-Software Morpheus bei StreamCast Networks auf Konfrontationskurs. Offenbar unbehelligt von den juristischen Avancen der RIAA, will StreamCast-Chef Michael Weiss die Privatsphäre seiner Nutzer besser schützen. In einer neuen Version von Morpheus, die er gegenüber dem Wall Street Journal für diesen Monat ankündigte, will er "den Usern geben, was sie wollen", nämlich größeren Schutz vor der Ausspähung ihrer Identität.

Ob derlei Bestrebungen die rechtlichen Schritte der Musikindustrie, in den USA vertreten durch die Recording Industry Association of America (RIAA), blockieren, ist unklar. Bislang schwenkten die Gerichte eher die Fahnen der Copyright-Inhaber -- auch wenn ein Richter zumindest die P2P-Tauschbörsensoftware, auf die die Musikindustrie Umsatzeinbrüche in Milliardenhöhe zurückführt, kürzlich erst für legal erklärt hatte. Auch die technische Realität könnte StreamCast einen Strich durch die Rechnung machen und die Suche nach den vermeintlichen Übeltätern zum Katz-und-Maus-Spiel werden lassen: "Als Teilnehmer eines P2P-Netzwerks steht man weit offen da", meint Randy Saaf, Chef der Copyright-Schützer von MediaDefender.

Die Identifizierung eines beliebigen Tauschbörsianers scheint also nur eine Frage der Zeit zu sein -- selbst wenn die P2P-Fans ihre Identität durch die Benutzung von Proxy-Servern verschleiern und damit die Rückverfolgung des Datenstroms zu ihrem Rechner komplizierter machen; noch besser gewahrt bleibt die Privatsphäre sogar, wenn sich der Proxy-Server weit außerhalb des Zugriffsbereichs der Strafverfolgungsbehörden befindet. Weiteren Schutz bietet möglicherweise die Verschlüsselung der übertragenen Daten, die den Verfolgern den Einblick weiter erschweren könnte. Aber über Details der Implementierung derartiger Schutzmechanismen schweigen sich die Entwickler der Tauschbörsen-Software bislang wohlweislich aus. (ola)