Elektronikmesse CEATEC verzeichnet deutlichen Besucherschwund

Trotz Trendthemen wie 3D lockte Asiens größte Elektronikmesse fast ein Viertel weniger Besucher an als im Vorjahr.

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Die Elektronikmesse CEATEC 2009 ist am gestrigen Samstag mit einem ernüchternden Ergebnis zuende gegangen: An den fünf Ausstellungstagen fanden lediglich 150.302 Besucher den Weg in das Makuhari Messe Convention Center vor den Toren Tokios, was einem Schwund von rund 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. Nur am Samstag konnten die Veranstalter einen Besucheranstieg gegenüber dem Vergleichstag des Vorjahres verzeichnen. Am vergangenen Mittwoch hingegen sorgte ein Taifun dafür, dass es lediglich 12.793 Personen (statt 46.004 Besucher im Jahre 2008) überhaupt auf das Messegelände schafften: Der tropische Wirbelsturm zog so knapp an der Region vorbei, dass der öffentliche Personennahverkehr an diesem Morgen zusammenbrach; statt um 10 Uhr konnten die Messeveranstalter die Tore erst um 13 Uhr öffnen.

Allerdings zeichnete sich bereits vor Beginn der Messe ab, dass die CEATEC 2009 hinter den Besucherzahlen der vergangenen Jahres zurückbleiben würde: Mehrere große Konzerne hatten ihr Erscheinen abgesagt, wodurch die Anzahl des Standpersonals von 36.476 im vergangenen Jahr auf 21.981 sank. Immerhin blieb die Zahl der Pressevertreter mit 2263 Personen in etwa konstant. (Jede Person wurde an jedem Messetag aufs Neue als Besucher gezählt.)

Diskutiert wird nun, ob die diesjährigen Themen eventuell zu wenig Zugkraft besaßen. Panasonic hatte den Prototypen eines 3D-tauglichen Plasma-TV mit einer Bilddiagonalen von 50 Zoll (umgerechnet 127 cm) präsentiert, der bereits im kommenden Jahr erhältlich sein soll. Konkurrent Sony wollte da nicht nachstehen und präsentierte seinerseits 3D-taugliche LCD-Fernseher, die ebenfalls bereits 2010 verfügbar sein sollen. Nach den vielen 3D-Präsentationen in den vergangenen Monaten auf allen möglichen Messen (darunter die CES, die IBC und die IFA) konnte bei vielen Besuchern mögllicherweise ein Deja-Vu-Gefühl aufkommen.

Sonys neues 56-Zoll-Profi-Display SRML560 ist mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixel mit vier DVI-D- beziehungsweise HDMI-Ports (optional auch mit professionellen Anschlüssen wie HD-SDI) ist mit einem Gewicht von 73 kg, einer Leistungsaufnahme von 360 Watt und einem Preis von 52.400 Euro wiederum sicherlich kein Gerät für den Massenmarkt.

Auf breites Publikumsinteresse stieß hingegen ein LCD-TV-Prototyp von Toshiba. Für die Verarbeitung von Fernseh- und Videobildern besitzt der Cell Regza 55X1 genannte 55-Zöller einen in Zusammenarbeit mit IBM und Sony entwickelten Cell-Prozessor, bei dem es sich um eine weiterentwickelte Version der CPU der Playstation 3 handelt. Die LED-Hintergrundbeleuchtung des Fernsehers ist in 512 Cluster aufgeteilt, sodass sich Bildteile gezielt komplett schwarz schalten lassen. heise online hatte bereits auf der diesjährigen IFA die Gelegenheit, sich hiervon zu überzeugen. In einem völlig abgedunkelten Raum war tatsächlich das Panel des eingeschalteten Geräts als solches nicht mehr auszumachen. Allerdings hatten die Entwickler bei dem Prototypen andererseits eine Einstellung am Fernseher gewählt, dass Objekte unnatürlich überstrahlten. Toshiba versicherte jedoch, dass der Kunde dies individuell wird einstellen können.

Zum Cell Regza 55X1 soll eine (drahtlos angebundene) Set-Top-Box mit acht HDTV-Tunern und 3 Terabyte Festplattenkapazität geliefert werden, der acht verschiedene Programme gleichzeitig aufzeichnen kann. Als Preis wurde seinerzeit 5900 Euro genannt, Berichte von der CEATEC sprechen von 7600 Euro. Allerdings dürfte eine Leistungsaufnahme von angeblich 320 Watt für den Fernseher und nochmals 140 Watt für die Set-Top-Box ohnehin nichts für Anwender sein, die auf den Euro schauen.

Die nächste CEATEC soll vom 5. bis 9. Oktober 2010 im Makuhari Messe Convention Center stattfinden. (nij)