Mehr als 700 Anzeigen gegen Online-Händler Connecting Electronics
Der Online-Computerhändler aus Warstein ist pleite, das Insolvenzverfahren läuft.
Bei der Arnsberger Staatsanwaltschaft sind mehr als 700 Betrugsanzeigen gegen den Online-Computerhandel Connecting Electronics eingegangen. Das Unternehmen aus Warstein (Kreis Soest) hatte nach einer Welle von Anzeigen Insolvenz angemeldet, das Verfahren läuft unter 21 IN 312/03 beim Amtsgericht Arnsberg, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die meisten Anzeigen gegen den Online-Händler stammen von Kunden, die Computer oder Computerteile nach ihrer Bestellung im Voraus bezahlt, aber weder Ware noch ihr Geld zurückerhalten hätten.
Wegen der Vielzahl der Fälle sind die Ermittlungen von der Abteilung für Wirtschaftskriminalität bei der Dortmunder Polizei übernommen worden. Der Schaden könnte sich nach ersten Erkenntnissen auf 250.000 Euro belaufen. "Die Summen pendeln bei den meisten Anzeigen zwischen 300 und 700 Euro", sagte der leitende Oberstaatsanwalt Josef Hempelmann gegenüber dpa. Es lägen aber auch Anzeigen von Lieferanten vor, weil in den letzten Monaten von Connecting Electronics keine Rechnungen mehr beglichen wurden.
Bereits im Januar hatte die Staatsanwaltschaft gegen Connecting Electronics ermittelt. Dieses Verfahren war aber eingestellt worden, weil der Inhaber glaubhaft versichert hatte, dass die Lieferschwierigkeiten durch eine EDV-Umstellung verursacht worden seien. Die c't berichtete in der Ausgabe 25/2002 erstmals über seltsame Geschäftspraktiken des Computer-Händlers: Seinerzeit hatten sich diverse Leser bei der c't-Redaktion über lange Wartezeiten, nicht erfolgte Lieferung von per Vorkasse bezahlter Ware und ausstehende Rückzahlungen beklagt. (jk)