Wissenschaftler entwickeln "sparsame" Suchmaschine

Das Massachusetts Institute of Technology arbeitet an einer Software, die Menschen in Entwicklungsländern weitestgehend offline mit Informationen aus dem Internet versorgen soll.

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Von
  • Egbert Meyer

Mitarbeiter des Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeiten an einer Suchmaschine, die Menschen in Entwicklungsländern weitestgehend offline mit Informationen aus dem World Wide Web versorgen soll. Laut Angaben des Instituts richtet sich das Angebot an die Bewohner von Staaten, in denen überlastete Telefonleitungen, langsame Internetanbindungen und Internettarife in Höhe von zehn Prozent eines durchschnittlichen Monatseinkommens zur Normalität gehören.

Das Projekt mit der Bezeichnung TEK (Time Equals Knowledge) sieht vor, dass Informationssuchende nur kurze Zeit mit dem Internet verbunden sein müssen, um eine Suchanfrage an einen Server in Boston zu schicken. Dort durchsucht ein Programm das Internet nach den genannten Themen, speichert die Fundstellen und sendet sie am folgenden Tag in komprimierter Form an den Fragesteller zurück. Hinter dem Verfahren stehe die Erkenntnis, so Mitarbeiter des MIT im Gespräch mit der BBC, dass viele Staaten der Welt nicht in der Lage sind, ihren Bürgern einen ungestörten Zugang zur Informationsgesellschaft zu verschaffen. Den meisten Bürgern dieser Länder fehle es zudem an den nötigen finanziellen Mitteln für ausgedehnte Web-Streifzüge. Stattdessen hätten die Menschen aber deutlich mehr Zeit als die Bürger der Industriestaaten.

Derzeit befindet sich die Software im Alpha-Stadium. Nach Institutsangaben soll jedoch in zwei bis drei Monaten die erste Beta-Version zum Download bereitstehen. (em)