Verband: Internethandel keine Konkurrenz für Einzelhändler

"Die Kunden wollen die Ware anfassen, sehen und riechen", ist sich der Hauptgeschäftsführer eines Einzelhandelsverbands sicher.

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  • dpa

Das Einkaufen im Internet und in Versandkatalogen ist nach Ansicht des Verbandes der Kaufleute Sachsen-Anhalt keine Konkurrenz für die Einzelhändler. "Die Kunden wollen die Ware anfassen, sehen und riechen", sagte Hauptgeschäftsführer Gero Hildebrandt in einem Gespräch mit der dpa in Magdeburg. "Sie gehen lieber in ein Geschäft, weil sie dort bedient und beraten werden." Laut Hildebrandt deckt der Versandhandel nur etwa sieben Prozent des Einzelhandels ab.

Hildebrandt zufolge ist auch die Zielgruppe beim Internethandel begrenzt. "Für die meisten Senioren ist der Computer und das Internet noch immer ein Fremdwort." Außerdem werde dort kein Vollsortiment angeboten, wie es etwa in großen Einkaufszentren zu finden sei. "Frischwaren wie Fleisch und Milcherzeugnisse müssen dann doch im Geschäft eingekauft werden", sagte Hildebrandt. "Waren des täglichen Bedarfs kann man eben nicht am Computer kaufen."

Lediglich Bücher und Bekleidung würden öfters am heimischen PC oder in den Katalogen ausgesucht und gekauft. Ein Nachteil sei aber, dass die Ware nicht sofort genutzt werden kann, weil sie erst geliefert werden muss. "Und oft gefällt es dann nicht, und es muss wieder zurückgeschickt werden." Weitere Vorteile des Einkaufs beim Händler um die Ecke seien außerdem das Anprobieren von Kleidung oder ein einfacherer Umtausch von Waren.

Das Einkaufen in Geschäften oder Lebensmitteldiscountern sei außerdem eine Art der Freizeitgestaltung. "Den Menschen würde einfach etwas fehlen, wenn sie nicht mehr einkaufen gehen könnten", sagte Hildebrandt. "Dort treffen sie sich und haben Unterhaltung. Das ist in der Stadt genauso wie auf dem Land." Demnach sei jedes Geschäft -- ob Tante-Emma-Laden oder Discounter -- auch ein wichtiger Kommunikationsort. "Das kann kein Internet und kein Katalog ersetzen." (dpa) / (jk)