Ericsson mit niedrigerem Verlust als erwartet
Der schwedische Telecomausrüster Ericsson hat im zweiten Quartal 2003 dank verschärfter Einsparungen seinen Verlust deutlich verringert.
Der schwedische Telecomausrüster Ericsson hat im zweiten Quartal 2003 dank verschärfter Einsparungen seinen Verlust deutlich verringert. Der um Sonderposten bereinigte Verlust sei auf 0,2 Milliarden Kronen (21,61 Millionen Euro) geschrumpft; im gleichen Zeitraum des Vorjahrs fiel noch ein Minus von 3,1 Milliarden Kronen an, nach damaligem Wechselkurs 370 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2003 hatte der Verlust noch bei 3,5 Milliarden Kronen (383 Millionen Euro) gelegen. Noch Anfang Juli hatten Analysten geunkt, der Konzern kämpfe damit, die Kosten schneller zu senken als die Umsätze einbrächen.
Der Umsatz von Ericsson fiel allerdings im Vergleich zum zweiten Quartal 2002 um 28 Prozent auf 27,6 Milliarden Kronen (rund 2,98 Milliarden Euro). Gegenüber dem ersten Quartal 2003 sei dies allerdings ein Plus von 7 Prozent, beeilte sich Ericsson, die eigene Sicht der Dinge klarzustellen. Auch die verbuchten Aufträge seien gegenüber dem Vorquartal um 5 Prozent gestiegen, gegenüber dem zweiten Quartal 2002 fielen sie allerdings um 20 Prozent; dafür lag die Book-to-Bill-Ratio (das Verhältnis eingegangener Aufträge zu bereits realisierten Umsätzen) das zweite Quartal in Folge über 1, es gehen also mehr Bestellungen ein als im gleichen Zeitraum Aufträge abgeschlossen werden.
Dank fortgesetzter Kostensenkungen bleibe Ericsson "entschlossen", während des laufenden Geschäftsjahres in die Gewinnzone zurückkehren. Diese Entschlossenheit bekamen allerdings auch schon die Mitarbeiter zu spüren: Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms kündigte Ericsson allein im ersten Quartal den Abbau von 13.000 Arbeitsplätzen an. "In den vergangenen acht Quartalen haben wir unsere operativen Kosten mehr als halbiert und werden unsere selbst gesetzten Sparziele früher als geplant erreichen", sagte Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg.
Man sei aber nicht zufrieden, meinte Svanberg weiter: Man sehe deutliches Potenzial für weitere Verbesserungen. Ericsson steckt seit zwei Jahren in der Verlustzone; die Handy-Sparte, mit der der Konzern nicht besonders glücklich operierte, hat man in ein Joint Venture mit Sony ausgelagert. Aber auch Sony Ericsson glänzt nicht gerade mit hervorragenden Geschäftszahlen. Die Firma sackte unter den Handy-Herstellern auf den fünften Platz ab, nachdem Ericsson alleine früher den dritten Platz halten konnte.
Die Umsätze für Mobilnetz-Infrastruktur für Ericsson fielen im Jahresvergleich um 30 Prozent, gegenüber dem Vorquartal stiegen die Verkäufe um 7 Prozent. Der Auftragseingang in diesem Bereich sank um 13 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2002 und stieg um 15 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2003 -- Zahlen, aus denen Ericsson Hoffnung auf weitere Besserung schöpft. Ganz so optimistisch dürfte man aber nicht auf die Bilanzen des Bereichs blicken, der Infrastruktur für Festnetz-Betreiber liefert: Die Umsätze sanken gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent. Auch wenn sie im Vergleich zum ersten Quartal um 15 Prozent stiegen, so gingen doch die Auftragseingänge stark zurück, und das sowohl gegenüber dem Vorjahr (minus 42 Prozent) als auch gegenüber dem Vorquartal (minus 13 Prozent).
Umsatz-
und Gewinnentwicklung bei Ericsson in Euro
| Quartal | Umsatz | Gewinn/ Verlust |
|---|---|---|
| 1/01 | 6,18 Mrd. | 66,28 Mio. |
| 2/01 | 6,78 Mrd. | -571 Mio. |
| 3/01 | 6 Mrd. | -610 Mio. |
| 4/01 | 6,4 Mrd. | -560 Mio. |
| 1/02 | 4,6 Mrd. | -588 Mio. |
| 2/02 | 4,2 Mrd. | -370 Mio. |
| 3/02 | 3,6 Mrd. | -420 Mio. |
| 4/02 | 3,96 Mrd. | -896 Mio. |
| 1/03 | 2,80 Mrd. | -383 Mio. |
| 2/03 | 2,98 Mrd. | -21,6 Mio. |