Mit dem "Sarco" ins Jenseits: Wie KI über Leben und Tod entscheidet
Philip Nitschke hat ein System gebaut, das unheilbar Kranken beim Suizid helfen soll. Das Beispiel ist extrem, doch KI hat den Bereich längst erreicht.
Sarco klingt nicht nur nach Sarg: Die 3D-gedruckte Kapsel soll Menschen KI-gestützt helfen, ihr Leben zu beenden.
(Bild: Exit International)
- Will Douglas Heaven
In einer Werkstatt im niederländischen Rotterdam beaufsichtigt Philip Nitschke – für manche "Dr. Death" oder gar "der Elon Musk der Sterbehilfe" – die letzten Testrunden seiner neuen Sarco-Maschine, bevor er sie in die Schweiz schickt. Dort wartet bereits der erste Nutzer.
Sie ist der dritte Prototyp, den Nitschkes gemeinnützige Organisation Exit International 3D-gedruckt und verkabelt hat. Nummer eins wurde in Deutschland und Polen ausgestellt. "Nummer zwei war eine Katastrophe", sagt er. Jetzt habe er die Herstellungsfehler ausgebügelt und sei bereit für den Start: "Das ist das erste Modell, das zum Einsatz kommen wird."
Der Sarco, eine sarggroße Kapsel im Star-Trek-Stil, ist die Krönung von Nitschkes 25-jähriger Kampagne zur "Entmedikalisierung des Todes" durch Technologie. Im Inneren der Maschine muss eine Person, die sich für den Tod entschieden hat, drei Fragen beantworten: Wer sind Sie? Wo befinden Sie sich? Und wissen Sie, was passieren wird, wenn Sie den Knopf drücken? Nach dem Knopfdruck füllt sich der Sarco mit Stickstoffgas. Der Insasse wird in weniger als einer Minute ohnmächtig. Nach etwa fünf Minuten setzt der Tod durch Ersticken ein. Eine Aufzeichnung dieses kurzen, letzten Interviews wird dann den Schweizer Behörden übergeben.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels "Mit dem "Sarco" ins Jenseits: Wie KI über Leben und Tod entscheidet". Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.