Mehr Bandbreite für die Wissenschaftler im Südwesten

Das Landeshochschulnetz Baden-Württembergs ("BelWü") wird an den bundesweiten DFN-Verbund angeschlossen.

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Von
  • Richard Sietmann

Der Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes (DFN-Verein) und das Land Baden-Württemberg unterzeichneten heute einen Vertrag zur Teilnahme des Landeshochschulnetzes BelWü am DFN-Verbund. BelWü steht für Baden-Württembergs Extended LAN und ist ein 2,4-Gigabit-Glasfaser-Backbone, der die lokalen Datennetze der Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen des Landes miteinander verbindet und diesen über Gateways zu T-Online, Telia und zum Peering-Point DE-CIX in Frankfurt den Zugang ins Internet bereitstellt.

Während BelWü als Landesnetz vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst betrieben wird, ist der DFN-Verein eine von den Wissenschaftseinrichtungen der Bundesrepublik selbst verwaltete Organisation zum Betrieb eines bundesweiten Hochleistungsnetzes für Forschung und Lehre. Dessen nationalen Backbone bildet das Gigabit-Wissenschaftsnetz G-Win mit 2,4- und teilweise schon 10 GBit/s-Verbindungen.

Bisher verfügten nur die sechs Universitäten Baden-Württembergs über 34-MBit/s-Einzelzugänge ins G-Win; künftig können alle Wissenschaftseinrichtungen des Landes über BelWü das G-Win nutzen. Die Außenanbindung des Regionalnetzes wird über zwei 1-GBit/s-Gateways in Stuttgart und Karlsruhe erfolgen. Damit ist BelWü über die Netzknoten des DFN-Vereins in Frankfurt und New York jetzt nicht nur über die 10-GBit/s-Verbindung des G-Win in das europäische Forschungsnetz GEANT eingebunden, sondern profitiert auch von der leistungsstarken direkten Anbindung an das nordamerikanische Wissenschaftsnetz.

Die neue Anbindung soll vor allem die Regionen übergreifende Zusammenarbeit von Wissenschaftlergruppen unterstützen, beispielsweise bei der Rechnerkopplung und dem Grid-Computing. Sie dient ausschließlich der Kommunikation mit wissenschaftlichen Einrichtungen; alle anderen Zieladressen über die Landesgrenzen hinaus werden wie bisher über die Gateways der kommerziellen Provider geroutet. Auch der landesinterne Verkehr bleibt unberührt und wird nach wie vor nicht über das G-Win, sondern innerhalb von BelWü geführt.

Zur Unterzeichnung unterstrich der Netzbeauftragte der Landesrektorenkonferenz, Professor Hans Peter Großmann, die Autonomie des Ländle im Südwesten: "Die eigenständige Weiterentwicklung von BelWü und die Zuammenarbeit mit dem Deutschen Forschungsnetz sind zwei Säulen, mit denen insbesondere die künftigen Anforderungen der Forscher an die Qualität und Konnektivität des Wissenschaftsnetzes gewährleistet werden." (Richard Sietmann) / (jk)