Glasfaserspezialist Corning mit Verlusten und Optimismus
Der weltgrößte Hersteller von Lichtwellenleitern sieht noch keine Erholung des Marktes für Telekommunikations-Infrastruktur, profitiert aber vom LCD-Boom.
Es ist schon ein Kreuz, wenn man in diesen Zeiten als Netzwerkausrüster tätig ist: Man freut sich angesichts schwächelndem Telecom-Markt und angeschlagener IP-Carrier schon, wenn trotz Verlusten endlich wieder einmal der Umsatz steigt -- so geschehen beim Glasfaser-Spezialisten Corning im ersten Quartal. Im zweiten Quartal nun fiel der Umsatz von 827 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf 752 Millionen US-Dollar -- liegt damit aber wieder über dem Vorquartal und dazu auch noch über den eigenen Prognosen, die maximal 745 Millionen US-Dollar Umsatz erwarten ließen. Das Wachstum erzielte Corning vor allem mit seinem prosperierenden Geschäft mit Gläsern für LCD-Panels, das von dem boomenden Markt mit LCDs profitiert.
Außerdem meldet der weltgrößte Hersteller von Lichtwellenleitern zwar einen Nettoverlust von 22 Millionen US-Dollar (2 US-Cent pro Aktie) -- schon eine entscheidende Verbesserung gegenüber den 370 Millionen US-Dollar des Vorjahresquartals). Unter Ausschluss von Sonderfaktoren kam zum ersten Mal seit dem dritten Quartal 2001 wieder einen Gewinn zu Stande (2 Cents pro Aktie). Vier Cents pro Aktie musste Corning als Kosten unter anderem für Restrukturierungsaufwendungen, Rechtsstreitigkeiten um Gesundheitsschäden durch Asbest-Einsatz verbuchen.
So meint man bei Corning denn auch, zuversichtlich in die Zukunft blicken zu können: Im dritten Quartal soll unter dem Strich wieder ein Nettogewinn herauskommen. Dabei erwartet Corning noch immer nicht, dass der vor sich hin dümpelnde Markt für die Telekommunikations-Infrastruktur vor dem Ende nächsten Jahres wieder Fahrt aufnimmt. Vor allem durch weitere Kostensenkungen will man daher wieder in die Gewinnzone kommen. Bislang hat Corning 13 Produktionsstätten stillgelegt und die Belegschaft um fast die Hälfte reduziert. Auch das Geschäft mit Photonik-Netzwerkmodulen will Corning komplett aufgegeben. (jk)