Miranda-Entwickler drohen mit rechtlichen Schritten gegen Plagiat
Programmier der Firma Quick River haben offenbar eine Kopie des Open-Source-Instant-Messengers Miranda unter eigenem Namen in den Umlauf gebracht -- ohne Hinweis auf die Quellen und unter Missachtung der GNU General Public License.
Programmier der Firma Quick River haben offenbar eine Kopie des Open-Source-Instant-Messengers Miranda unter eigenem Namen in den Umlauf gebracht -- ohne Hinweis auf die Quellen und unter Missachtung der GNU General Public License. Auf das Plagiat aufmerksam geworden sind die Miranda-Entwickler durch einen Forenbeitrag. Jemand vertreibe dreist eine Kopie von Miranda und habe dabei den Quellcode fast vollständig für den "eigenen" Instant Messenger Zeez verwendet. Der Beschuldigte Quick River lässt Software im Kundenauftrag von russischen Programmierern entwickeln.
Das Miranda-Team hatte daraufhin die beiden Anwendungen äußerlich miteinander verglichen und dabei festgestellt, dass es sich bei Zeez um eine dreiste Kopie von Miranda handeln muss. Sämtliche Dialogfenster wirken abgekupfert, dito die Datenbankstruktur und andere programmtechnische Feinheiten. Ein Vergleich der Quellen war jedoch bislang nicht möglich, da die Programmierer von Quick River den Quellcode nicht herausgeben wollten. Bei dem unter der GNU GPL (GNU General Public License) lizenzierten Open-Source-Projekt Miranda sind die Quellen hingegen frei für jedermann zugänglich. Und damit ergibt sich auch gleichzeitig ein Verstoß gegen die GPL, die unter anderem besagt, dass jeder aus einem GNU-Projekt abgezweigte Code wiederum frei verfügbar sein muss. Außerdem besagt die GPL, dass der GPL unterstellter Code wiederum unter der GPL zu lizenzieren ist. Die Zeez-Entwickler hatten aber einen eigenen Copyright-Hinweis eingefügt.
Quick River hatte die Anwendungen für ihre Kunden FireFly Lane und Net Think Media entwickeln lassen, was die Miranda-Programmierer aber erst nach eindringlichem Nachfragen herausbekommen konnten. Auch auf der Zeez-Homepage seien keine Informationen über die Auftraggeber zu bekommen gewesen, wie die Miranda-Entwickler mitteilen. Ein Sprecher der Firma Net Media soll sich unwissend gegeben haben -- dass Zeez Lizenzrechte verletze, sei ihm jedenfalls nicht bekannt. Kurze Zeit später sei die Zeez-Homepage nicht mehr zugänglich gewesen; zurzeit wird jeder Besuch durch eine Passwortabfrage abgeblockt.
Das Miranda-Team stellt in ihrer Mitteilung also fest, dass Zeez gegen die GPL verstößt und damit jedwede Verbreitung der Software unzulässig ist, und kündigt an, alles dafür zu tun, dass Quick River die GPL einhält. Die Miranda-Entwickler behalten sich rechtliche Schritte etwa für den Fall vor, dass die Entwickler von Quick River den Quellcode nicht herausgeben. (ola)