Sony unter Druck
Neben Rückgang im Elektronik-, Musik- und Filmgeschäft muss der japanische Konzern auch bei der Playstation mit rückläufigen Hardware- und Software-Verkäufen leben.
98 Prozent Rückgang beim Nettogewinn: Besonders begeisternd dürften weder das Management von Sony noch die Investoren die aktuellen Geschäftszahlen finden. Der Nettogewinn lag im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs bei 1,12 Milliarden Yen (8,2 Millionen Euro), im gleichen Quartal des Vorjahrs waren es noch 57,18 Milliarden Yen (418 Millionen Euro). Der operative Gewinn fiel um 68 Prozent auf 16,67 Milliarden Yen (121 Millionen Euro). Der Umsatz fiel um 6,9 Prozent auf 1,604 Billionen Yen (11,7 Milliarden Euro).
Sony gibt sich aber zuversichtlich, dass man im Gesamtjahr seine Prognosen einhalten kann: Der Nettogewinn soll bei 50 Milliarden Yen (365,9 Millionen Euro) und der Umsatz bei 7,4 Billionen Yen (54,2 Milliarden Euro) liegen. Der GewinnrĂĽckgang im abgelaufenen Quartal sei vor allem auf hohe Restrukturierungskosten zurĂĽckzufĂĽhren.
Aber dies sind nicht die einzigen Faktoren, die Umsatz und Gewinn bei Sony drückten: Die Elektronik-Sparte, einer der zentralen Sony-Bereiche, musste mit einem Umsatzrückgang von 9,8 Prozent leben. Und einer der großen Umsatzbringer lässt den japanischen Elektronikkonzern Sony ebenfalls etwas im Stich: Die Spiele-Abteilung litt unter einem Umsatzrückgang von 18 Prozent, da sowohl die Verkäufe der Hardware wie der Spiele rückläufig waren. Von der Spielkonsole Playstation 2 wurden im ersten Quartal einige Exemplare weniger verkauft als im gleichen Quartal des Vorjahrs: Insgesamt setzte Sony weltweit 2,64 Millionen Konsolen ab -- 1,94 Millionen Playstation 2 weniger als im Vorjahr. Immerhin konnte Sony von der guten, alten Konsole PSOne noch einmal 830.000 Stück absetzen -- sogar rund 160.000 mehr als im gleichen Vorjahresquartal. Bei den Spieletiteln sah es umgekehrt aus: Mehr Playstation-2-Spiele wurden verkauft (31 Millionen Stück, ein Zuwachs um 4 Millionen Exemplare), allerdings ging der Verkauf von PSOne-Spielen um 5 Millionen Stück auf 8 Millionen Exemplare zurück.
Den Rückgang bei der Playstation-2-Hardware erklärt sich Sony damit, dass im Vorjahresquartal eine Preissenkung den Verkauf mehr als üblich angekurbelt habe. Besserung erhofft sich der Konzern unter anderem durch aktualisierte und aufgerüstete Konsolen wie die PSX, die auch als vollständige Unterhaltungszentrale für das traute Heim gedacht sind. Außerdem hat Sony die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in dieser Sparte, vor allem bei den notwendigen Halbleiterkomponenten, erhöht, um für künftige Anforderungen im Spielemarkt besser gerüstet zu sein. Dies wirkte sich dann aber auch zusätzlich negativ auf den Gewinn der Spielesparte aus: Der fiel um 0,8 Milliarden Yen (5,9 Millionen Euro) auf 1,8 Milliarden Yen (13,2 Millionen Euro).
Auch im Musik- und Filmgeschäft konnte Sony keine Umsatzzuwächse verbuchen: Bei dem Plattenlabel sank der Umsatz um 8,8 Prozent. Im Filmgeschäft ging der Umsatz gar um 13,09 Prozent -- Sony meinte, man habe dieses Quartal auch keinen Blockbuster wie Spider-Man im Vorjahresquartal zu bieten gehabt. (jk)