US-Gesetz verbietet voyeuristische Videoaufnahmen

Wer ohne Zustimmung auf US-Militäreinrichtungen nackte Tatsachen auf Video bannt oder über das Web sendet, muss fortan mit Geldstrafen oder bis zu einem Jahr Haft rechnen.

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Von
  • Oliver Lau

Der Justizausschuss des US-Senats hat eine Gesetzesvorlage einstimmig genehmigt, die das Aufzeichnen und Senden voyeuristischer Videos untersagt. Der Video Voyeurism Act sieht eine Höchststrafe von einem Jahr Freiheitsentzug bei Zuwiderhandlungen vor. Auch Geldstrafen sind möglich. Allerdings beschränkt sich das neue Gesetz dabei auf staatlich kontrollierte Einrichtungen wie Militärbasen oder -schiffe. Die meisten US-Bürger müssten also demnach auch künftig nicht mit einer Verfolgung durch das FBI rechnen, wenn sie Videos von (fast) unbekleideten Personen aufzeichnen oder etwa Webcams in Umkleidekabinen oder Privaträumen installieren, wie aus US-Medienberichten hervorgeht.

Ursprünglich sollte die Gesetzesvorlage, die die Senatoren Mike DeWine und Charles Schumer eingereicht haben, nur das Ablichten von nackten oder nahezu nackten Personen in Militäreinrichtungen zu Wasser und zu Lande unter Strafe stellen. Erst die Ergänzung von Senator Patrick Leahy hat dazu geführt, dass auch das Streaming derlei Materials über das Internet fortan verboten ist.

Viele US-amerikanische Bundesstaaten hätten bereits vergleichbare Gesetze, betonte ein Ausschussmitglied gegenüber US-Medien. Der Video Voyeurism Act sehe aber nicht vor, die bestehenden Gesetze einzuschränken. Im Gegenteil erweitere er sie um den Schutz der Privatsphäre auch in staatlichen Einrichtungen. (ola)