HĂĽ und Hott bei Telefonica-Lycos-Deal
Der spanische Telecom-Konzern will nun doch an Terra Lycos festhalten und gibt sich zunächst mit einer 72-prozentigen Beteiligung zufrieden.
Telefonica gibt das ursprünglich gesetzte Ziel einer 75-prozentigen Beteiligung an Terra Lycos auf und peilt gegen Zahlung von rund 1 Milliarde Euro zunächst eine Beteiligung von 72 Prozent an. Dies geht aus einem Bericht in der Montagsausgabe der Financial Times (FT) hervor.
Bislang habe Telefonica ausgeschlossen, die Beteiligung durch Aufkauf von frei gehandelten Aktien aufzustocken oder das Gebot an Terra Lycos zu erhöhen, heißt es bei der FT weiter. Analysten hätten sich aber bereits zu Wort gemeldet, dass 6,7 Prozent des Eigenkapitals von Terra Lycos an weit aus dem Geld befindliche Aktienoptionsscheine gebunden seien. Da diese damit faktisch wertlos seien, besäße Telefonica eigentlich bereits 77 Prozent der Terra-Lycos-Aktien.
Ende Mai beschloss der Verwaltungsrat des spanischen Telecom-Konzerns noch, die restlichen Anteile am defizitären Internetanbieter Terra Lycos zu übernehmen, knüpfte die Übernahme-Offerte aber an die Bedingung, dass der Konzern die Kontrolle über wenigstens 75 Prozent des Kapitals erhält. Kaum zwei Wochen später hieß es, Telefonica wolle sich von Terra Lycos wieder trennen, weil das Unternehmen nicht mehr ins neue Geschäftsmodell passe und man sich lieber auf die Kernkompetenzen konzentrieren wolle. (ola)