Alcatel ist noch nicht aus den Miesen

Nicht nur die US-amerikanischen, auch die europäischen Telekommunikationsausrüster kämpfen weiter mit der Krise der IP-Carrier und der Investitionszurückhaltung der Telecom-Firmen.

vorlesen Druckansicht 6 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • JĂĽrgen Kuri

Nicht nur die US-amerikanischen, auch die europäischen Telekommunikationsausrüster kämpfen weiter mit der Investitionszurückhaltung bei IP-Carriern und Telecom-Firmen. So hat auch der französische Konzern Alcatel im zweiten Quartal weiter rote Zahlen geschrieben -- immerhin konnte Alcatel seinen Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als halbieren. Der Nettoverlust erreichte 675 Millionen Euro nach 1,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen in Paris mit. Damit wurden Analystenerwartungen enttäuscht, die von etwa 409 Millionen Euro Verlust ausgegangen waren.

Beim operativen Gewinn erreichte Alcatel mit 21 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen, nachdem im Vorjahr noch 126 Millionen Euro Verlust anfielen. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorquartal um sechs Prozent auf 3,14 Milliarden Euro gestiegen; allerdings fiel er im Vergleich zum Vorjahresquartal um 26 Prozent von 4,23 Milliarden Euro. In einem weiter schwierigen Marktumfeld erwarte das Unternehmen im Gesamtjahr einen stabilen Umsatz und weitere Verbesserungen der Gewinne aus dem laufenden Geschäft angesichts der Fortsetzung der Sparmaßnahmen, sagte Alcatel-Chef Serge Tchuruk. Im vergangenen Jahr hatte Alcatel Verluste von 4 Milliarden Euro angehäuft.

Der Sparte Fixed Communications (klassische Netzwerk- und Carrier-Techniken, optische Netzwerke) brach der Umsatz im zweiten Quartal wieder stark ein, und zwar von von 2,095 Milliarden auf 1,405 Milliarden Euro -- immerhin wieder etwas mehr als im Vorquartal (1,31 Milliarden Euro). Bei Mobile Communications (Mobilfunk-Infrastruktur sowie Handys) sank der Umsatz von 1,1 Milliarden auf 834 Millionen Euro, stieg aber im Vergleich zum Vorquartal (798 Millionen Euro) ebenfalls leicht. Besser sah die Lage bei Private Communications (unter anderem für das Satellitengeschäft, die Netze außerhalb der Carrier-Märkte und die IT-Dienstleistungen zuständig) aus: Hier hielt sich der Rückgang in Grenzen, der Umsatz sank von 1,152 auf 1,012 Milliarden Euro; im Vorquartal lag der Umsatz der Sparte noch bei 952 Millionen Euro. (jk)