Lycos Europe mit weniger Umsatz und Verlusten
Der Gesamtumsatz bei dem Internet-Portal brach um rund ein Drittel ein, unter anderem wegen Auslaufen eines Werbevertrags mit Anteilseigner Bertelsmann.
Trotz UmsatzeinbuĂźen hat der Internet-Portalbetreiber Lycos Europe im ersten Halbjahr 2003 seine Verluste verringert. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs sank der Verlust um 81 Prozent auf 27,2 Millionen Euro. Grund seien das im Jahr 2001 begonnene Restrukturierungsprogramm und die daraus resultierenden Kosteneinsparungen. Bereinigt um eine Firmenwertabschreibung von 100,4 Millionen Euro im Jahr 2002 reduzierte sich der Fehlbetrag um 42 Prozent. Auch der operative Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank von 39,8 auf 20,5 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz brach allerdings um rund ein Drittel auf 42,4 Millionen Euro ein.
Im zweiten Quartal 2003 lag das EBITDA mit 9,6 Millionen Euro im Minus; im gleichen Vorjahreszeitraum betrug der EBITDA-Verlust 22,4 Millionen Euro. Der Fehlbetrag sank um 55 Prozent auf 12,5 Millionen Euro, die Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,4 auf 21,6 Millionen Euro. Dieser Rückgang sei auf den Verkauf verlustbringender Tochtergesellschaften und das Auslaufen eines Werbevertrages mit Bertelsmann Ende 2002 zurückzuführen. Bereinigt um den Verkauf der Konzerngesellschaften sanken die Umsätze im ersten Halbjahr 2003 um 20 Prozent.
Das Unternehmen hatte seine Aktivitäten im vergangenen Jahr in mehreren Ländern eingestellt und mit Stellenabbau umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet. So trennte sich die Firma beispielsweise auch von der Online-Tageszeitung Netzeitung. Zum 30. Juni 2003 beliefen sich die liquiden Mittel der Firma auf 195,7 Millionen Euro. Bertelsmann ist direkt mit 20 Prozent an Lycos Europe beteiligt, die Holding von Christoph Mohn, Sohn des Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn, mit 12,1 Prozent. Größter Einzelaktionär ist die Telefonica-Tochter Terra Lycos mit 32,1 Prozent der Anteile. (jk)