Börsenorakel zur Terrorvorhersage gestoppt
Der Darpa-Abteilung Terrorist Information Awareness sei halt ein wenig die Fantasie durchgegangen, meinte Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz zum "FutureMAP".
Scharfe Kritik gab es selbst in den USA, als die geplante Einführung des so genannten FutureMAP-Programms (Future Markets Applied to Prediction) bekannt wurde. Es sollte mit marktbasierten Methoden Möglichkeiten der Vorhersage erlauben. Ab kommenden Freitag sollten sich Investoren, die anonym bleiben, bei der ersten Stufe der Pentagon-Börse, "Policy Analysis Market" (PAM), anmelden können, um auf Vorhersagen von Terroranschlägen zu setzen, Geld zu machen oder zu verlieren.
Nun kommt offensichtlich das Aus für das Projekt, bevor es so richtig begonnen hat. Die "Future-Börse des Todes", wie Senatorin Hillary Clinton das Projekt nannte, kam der Regierung und den Republikanern im langsam beginnenden Präsidenten-Wahlkampf offensichtlich nicht gelegen, während sie für die Demokraten ein gefundenes Fressen war. Mindestens 800.000 US-Dollar für die Software wurden in den Sand gesetzt. Der Darpa-Abteilung Terrorist Information Awareness (TIA), die in letzter Zeit sowieso sehr um die Bewilligung der Mittel für ihre Programme fürchten muss, sei halt ein wenig die Fantasie durchgegangen, meinte Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz dazu, der den Stopp des Programms gegenüber dem Außenpolitik-Ausschuss des US-Senats verkündete.