Mit Entlassungen will die Software AG Gewinne sichern
Der Hersteller von Business-Software will im Niedriglohnland Indien eine "verlängerte Werkbank" mit 50 Programmierern aufbauen.
Knapp zehn Prozent der 3100 Mitarbeiter sollen bei der Darmstädter Software AG gehen -- und im 2. Quartal haben die bereits angelaufenen Restrukturierungen einen Gewinn von 2,3 Millionen Euro gesichert. Der Umsatz liege bei rund 104 Millionen Euro und damit 15 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, sagte Interimschef Karl Heinz Achinger. Allerdings sei weltweit bereits ein Aufschwung spürbar. Achinger präsentierte seine letzte Software-Bilanz. Im Oktober wird er von Karl-Heinz Streibich von T-Systems abgelöst.
Bis Ende des Jahres will der Hersteller von Business-Software seinen Personalstamm auf 2700 Mitarbeiter reduzieren. Von den Entlassungen sind vor allem die Standorte in Deutschland betroffen, allein in der Darmstädter Zentrale müssen 120 Mitarbeiter ihren Hut nehmen. Gleichzeitig will die Software AG im Niedriglohnland Indien eine "verlängerte Werkbank" mit 50 Programmierern aufbauen. Sie sollen preisgünstigere Dienstleistungen ermöglichen. Mit diesen Maßnahmen will der Software-Anbieter in diesem Jahr 25 Millionen Euro, im kommenden Jahr 55 Millionen Euro einsparen.
Bei den Wartungseinnahmen meint die Software AG, diese Umsätze hätten sich "von konjunkturellen Schwankungen gänzlich unbeeindruckt erwiesen": Lediglich der schwache Dollar habe hier Wirkung gezeigt. Der Umsatz ging von 50.8 Millionen auf 48 Millionen Euro zurück. "Bei unveränderten Wechselkursen wäre der größte Umsatzträger der Software AG um sechs Prozent gewachsen", hieß es bei der Firma. Das Lizenzgeschäft dagegen ging von 30,7 auf 24 Millionen Euro zurück, auch währungsbereinigt hätte der Umsatz hier zwölf Prozent unter dem Vorjahr gelegen. Der Umsatz mit Projektdienstleistungen ging von 41,5 auf 31,6 Millionen Euro zurück. (jk)