Autoabsatz in Europa stabilisiert sich

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Von
  • Gernot Goppelt

Nach einer beispiellosen Talfahrt stabilisiert sich der Autoabsatz in Europa weiter. Im September stieg die Zahl der verkauften Neuwagen dank staatlicher Anreizprogramme um 6,3 Prozent, wie der Verband der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Das war das vierte Plus im Jahresvergleich in Folge. In den ersten neun Monaten des Jahres ging der Absatz damit um 6,6 Prozent zurück. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht eine Stabilisierung auf vielen Auslandsmärkten. Davon profitieren die deutschen Hersteller: "Nachdem die Auftragseingänge aus dem Ausland schon im zweiten Monat in Folge über dem Vorjahresniveau liegen, ist langsam mit einer Erholung der Exportmärkte zu rechnen", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Allerdings halte das Jahr 2010 "sicherlich noch große Herausforderungen bereit". Die deutsche Autobauer hätten ihre Marktanteile im laufenden Jahr auf wichtigen Märkten wie den USA, Westeuropa, Brasilien und Russland gesteigert.

Mit einem Plus von 21 Prozent bei den Neuzulassungen im September war Deutschland nach ACEA-Angaben erneut der dynamischste Markt Westeuropas. Insgesamt stieg der Absatz in Westeuropa um 9,6 Prozent auf 1,3 Millionen Fahrzeuge. Das sei der größte Sprung im Jahresvergleich seit 1999. Dennoch seien in absoluten Zahlen so wenig Neuwagen verkauft worden wie seit 2001 nicht mehr. Von Januar bis September wurden in Westeuropa 10,3 Millionen Autos abgesetzt oder 4,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Eine weiterhin verheerende Entwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat meldeten die Verbände für Osteuropa mit einem Minus von 36 Prozent im September und für Russland mit einem Minus von 52 Prozent. Auch auf dem US-Markt ist noch keine Erholung spürbar. Im September lag der Absatz um 23 Prozent unter Vorjahr, für die ersten neun Monate 2009 liegt das Minus bei 27 Prozent. Hingegen boomen die Märkte in Brasilien (plus 17 Prozent im September), Indien (plus 20 Prozent) und vor allem China (plus 77 Prozent). In China wurden seit Jahresbeginn 5,8 Millionen Fahrzeuge verkauft und damit 36 Prozent mehr als vor einem Jahr. China gilt als einer der wichtigsten Zukunftsmärkte für die Autoindustrie.

Unter den groĂźen deutschen Herstellern schnitt nach den Zahlen von ACEA die Volkswagen Gruppe im September erneut am besten ab. Sie verzeichnete in Europa im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 3,7 Prozent, in den ersten neun Monate ging der Absatz jedoch um 1,4 Prozent zurĂĽck. Ihr Marktanteil sank im September leicht von 20,3 auf 19,8 Prozent. Die BMW-Gruppe verkaufte in Europa im September 0,7 Prozent mehr Autos als im September 2008. Dagegen sanken die Verkaufszahlen in den ersten neun Monaten um 17,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Daimler musste ein Minus von 11,5 Prozent im September und von 17,2 Prozent im bisherigen Jahresverlauf hinnehmen. Opel/Vauxhall verlor 2009 bisher 11,4 Prozent des Vorjahresabsatzes, konnte im September aber 5,0 Prozent mehr Autos verkaufen als im gleichen Monat des Vorjahres. (dpa) (ggo)