Hewlett-Packard holt sich Benchmark-Krone bei TPC-C zurück
Ein HP-Itanium-Superdome unter HP-UX erreicht über 800.000 tpmC und schlägt nicht nur ein IBM-Power4-System mit AIX, sondern auch eine vergleichbare HP-Maschine unter Windows Server 2003.
Erst Hewlett-Packard, dann IBM, dann wieder Hewlett-Packard, gefolgt von ... IBM -- und nun wieder Hewlett-Packard: Der Spitzenplatz bei den TPC-C-Benchmarks für Non-Clustered Systems des Transaction Processing Peformance Council wechselte in den letzten Wochen fast schon schneller, als die Systeme rechnen können. Am gestrigen Mittwoch reichte Hewlett-Packard die vorerst letzten Ergebnisse beim TPC ein: Ein HP Integrity Superdome mit 64 Itanium-2-Prozessoren (1,5 GHz Taktfrequenz) erreichte mit 824.164 erstmals einen Wert von über 800.000 tpmC. Dabei lag der Preis pro tpmC bei 8,28 US-Dollar; der absolute Preis beträgt 6.825.055 US-Dollar. Das System arbeitete unter HP-UX 11, als Datenbank kam Oracle 10G Enterprise Edition und als Transaktionsmonitor BEA Tuxedo 8.0 zum Einsatz.
Damit lag das System nicht nur vor dem vorherigen Spitzenreiter von IBM, der mit 32 Power-4-CPUs unter AIX 5L 5.2 mit IBMs DB2 und Tuxedo arbeitete -- sondern auch vor einem auch von Hewlett-Packard gelieferten System: Der jetzt Drittplatzierte ist ebenfalls ein Integrity Superdome mit 64 Itanium-2-CPUs bei 1,5 GHz, der allerdings unter Windows Server 2003 Datacenter Edition mit Microsofts SQL Server und COM+ als Transaktionsmonitor arbeitete.
Das zweitplatzierte System von IBM erreicht einen tpmC-Wert von 763.898 und liegt mit 8,31 US-Dollar pro tpm/C beim Preis/Leistungs-Verhältnis etwas ungünstiger als der neue Spitzenreiter von Hewlett-Packard. Der Gesamtpreis der IBM-Maschine beträgt 6.349.223 US-Dollar. Der drittplatzierte HP-Superdome unter Windows Server 2003 erreicht einen tpmC-Wert von 707,102; mit 7,16 US-Dollar pro tpmC liegt er beim Preis/Leistungs-Verhältnis aber mehr als einen US-Dollar unter dem vergleichbaren HP-System unter HP-UX. Der Gesamtpreis des Systems liegt bei 5.064.831 US-Dollar.
Das Transaction Processing Performance Council möchte mit dem TPC-C-Benchmark einen Leistungsvergleich von Datenbankservern ganz unterschiedlicher Bauweisen ermöglichen. Der TPC-C ist auf verschiedenen Prozessoren und Betriebssystemen lauffähig, ermöglicht also beispielsweise einen Vergleich von 64- und 32-Bit-Prozessoren oder von Cluster-Systemen mit SMP-Maschinen. Betrachtet man übrigens die Ergebnisse von Cluster-und Nicht-Cluster-Systemen gemeinsam, schafft es der erste Cluster mittlerweile nur noch auf Platz 3: Ein Xeon-System von HP/Compaq mit 272 Prozessoren erreicht 709.220 und liegt zudem mit 14,96 US-Dollar pro tpmC beim Preis/Leistungs-Verhältnis weit ungünstiger als die Nicht-Cluster-Systeme; für das gesamte System fallen Kosten von 10.603.803 US-Dollar an. (jk)