STP: Der Letzte macht das Licht aus

Der insolvente Sindelfinger Leiterplatten-Hersteller hat am heutigen Donnerstag endgültig die Produktion eingestellt; insgesamt 850 Beschäftigte wurden arbeitslos.

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  • dpa

Der insolvente Sindelfinger Leiterplatten-Hersteller STP hat am heutigen Donnerstag endgültig die Produktion eingestellt. Nach Angaben der IG Metall haben damit insgesamt 850 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren. Davon arbeiteten 650 in Sindelfingen, der Rest in Albstadt-Tailfingen. Das Insolvenzverfahren war im Juni 2002 eröffnet worden. STP gehörte zum Familienunternehmen Mayer & Cie, das den Betrieb 1995 vom Computerkonzern IBM übernommen hatte. Zuletzt arbeiteten nach Angaben von Insolvenzverwalter Volker Viniol noch 420 Beschäftigte in Sindelfingen.

Die Europäische Kommission hatte Anfang Juni dieses Jahres rund drei Millionen Euro als Darlehen zur Verfügung gestellt. Das Geld sei aber nicht mehr eingesetzt worden, sagte Viniol. "Ob wir noch die Kurve bekommen hätten, wenn das Geld früher aus Brüssel geflossen wäre, das ist offen", hatte Viniol vor wenigen Tagen gesagt. STP habe nach der Insolvenzeröffnung Umsatzverluste hinnehmen müssen. Viele Kunden seien abgesprungen. Der Überlebenskampf von STP dauerte etwa zwei Jahre. Das Unternehmen litt wie viele andere Anbieter unter der Krise der Informationstechnologie. (dpa) / (jk)