MCI/WorldCom auf "schwarzer Liste" der US-Behörden
Der schwer angeschlagene Konzern, Auslöser eines der größten Bilanzfälschungsskandale der Börsengeschichte, darf sich nicht mehr um öffentliche Aufträge bewerben.
Der schwer angeschlagene Telekom-Konzern MCI (ehemals WorldCom) ist ab sofort für öffentliche Aufträge der USA gesperrt. Die General Services Administration (GSA) hat nach einer Untersuchung MCI wegen "mangelnder interner Kontrollen und Geschäftsethik" ins Excluded Parties Listing System eingetragen. Wer auf dieser schwarzen Liste steht, darf sich in den USA nicht mehr um öffentliche Aufträge bewerben.
Für MCI könnte dies das endgültige Aus in der gegenwärtigen Form bedeuten, ist doch die öffentliche Hand mit nahezu einer Milliarde US-Dollar jährlich einer der größten Kunden. Der Schritt, gegen den das Unternehmen noch innerhalb von 30 Tagen Rechtsmittel ergreifen kann, war schon lange von Verbraucher- und Aktionärsschützern verlangt worden. Die GSA hatte WorldCom seit Bekanntwerden eines der größten Bilanzfälschungsskandales der Börsengeschichte beobachtet. Als Folge des Skandales musste das Unternehmen Gläubigerschutz beantragen und sich in MCI zurückbenennen, um wenigstens einen Teil des schlechten Rufes abzustreifen.
Die neuen Betrugsvorwürfe dürften für die GSA den Ausschlag gegeben haben. Vor Kurzem noch hatte MCI den etwa 50 Millionen US-Dollar teuren Zuschlag für den Betrieb eines kleinen Mobilfunknetzes (5.000 Teilnehmer) für die US-Verwaltung im Irak erhalten, obwohl das Unternehmen bisher keine Erfahrungen als Mobilfunk-Netzbetreiber hatte. Um die inzwischen ausgeschriebenen, öffentlichen Irak-Lizenzen wird sich MCI jedenfalls nicht bewerben können. (Daniel A. J. Sokolov) / (jk)