USA wollen Alarmglocken im Internet schrillen lassen

Das Global Early Warning Information System (GEWIS) soll nach Wünschen der US-Regierung verdächtige Aktivitäten im Internet erkennen können und gegebenenfalls Alarm schlagen.

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Von
  • Oliver Lau

Das im Januar von US-Präsident George W. Bush angekündigte Terrorist Threat Integration Center (TTIC) bekommt einen Internet-Bruder. Das Global Early Warning Information System (GEWIS) soll besonders sensible Teile des Internet überwachen und beim US-Heimatschutzministerium Alarm schlagen, sobald es verdächtige Aktivitäten feststellt. Im Herbst solle GEWIS an Start gehen, versprach der Leiter des Cyber Program, Marcus Sachs, nach US-Medienberichten auf einer Sicherheitskonferenz.

"Wir haben heute noch keine Möglichkeit der umfassenden Früherkennung", betonte Sachs in einem der Konferenz folgenden Interview. "Die fällt nun uns zu. Es gibt dort draußen genügend Informationen." Beispielhaft führte er eine auffallend hohe Zahl an Anfragen zur Auflösung von Namen in IP-Adressen (Domain Name Lookups) und seltsame Häufungen von Zertifikatsanfragen bei großen Zertifizierungsstellen wie Verisign an.

Was sich in Zeiten vermeintlich wachsender Bedrohung durch terroristische Attacken auf den ersten Blick als willkommene Maßnahme darstellt, erntete sogleich herbe Kritik. Die Überwachung des Internet, das zu großen Teilen von nicht-staatlichen Organisationen betrieben werde, sei rechtlich und verfassungsmäßig nicht tragbar, hieß es etwa beim Chefsyndikus des Electronic Privacy Information Center (EPIC) David Sobel. Es bedürfe mehr Details, um die rechtliche Situation besser einschätzen zu können und Bedenken etwa hinsichtlich der Privatsphäre aus dem Weg räumen zu können. (ola)