MCI streitet sich mit Konkurrenz über angeblichen Tarifbetrug

AT&T soll ähnliche Praktiken wie MCI angewendet haben, um Zugangsgebühren zu sparen.

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MCI wird vorgeworfen, Telefongespräche betrügerisch über andere Netze, zum Beispiel in Kanada, geleitet zu haben. Damit soll der Konzern lokalen Telekommunikations-Dienstleistern jahrelang Zugangsgebühren vorenthalten haben. Das Unternehmen stehe damit aber nicht allein da: Der Konkurrenz-Konzern AT&T, der MCI beschuldigt hatte, soll selbst ähnliche Praktiken wie MCI anwenden, meinen Unternehmen in Alaska und Mexiko.

General Communications (GCI) wirf AT&T vor, innerstaatliche Telefongespräche über andere Bundesstaaten zurückgeleitet zu haben, um Kosten zu sparen. Innerstaatliche Zugangegebühren kosten im Schnitt 12 US-Cent pro Minute, während interstaatliche durchschnittlich 3 US-Cent pro Minute kosten. Vergangenen Monat haben die Regulierer in Alaska entschieden, AT&T habe den Kommunikationsverkehr unerlaubt aus Alaska heraus und zurück geleitet. AT&T kann gegen die Entscheidung Einspruch einlegen.

AT&T findet -- anders als GCI -- seinen Fall mit MCI aber nicht vergleichbar. Es käme öfters vor, dass sich die Regulierer in solchen Streitfällen einmischen. Von einem systematischen Betrug könne keine Rede sein. AT&T kooperiere mit der Regulierungsbehörde und versuche nicht, technische Details zu verstecken. MCI hat 10 Prozent Anteil an GCI. Daher wird bei AT&T vermutet, das bedrängte Unternehmen versuche von eigenen Missetaten abzulenken.

MCI weist alle Vorwürfe von sich. Nach langen internen Untersuchungen hätten sich keine Hinweise auf betrügerisches Routing ergeben, heißt es in US-amerikanischen Medien. Least Cost Routing, also die automatische Suche nach der kostengünstigsten Verbindung, sei durchaus normal und auch rechtens, meinen Marktforscher. Das ehemals Worldcom genannte Unternehmen, das im Juli 2002 Gläubigerschutz beantragt hatte, gerät zunehmend in Bedrängnis. Seit vergangener Woche ist das Unternehmen für öffentliche Aufträge in den USA gesperrt. (anw)