Online-Initiative: Ernie und Bert sollen zurĂĽck ins Vorabendprogramm

Wer, wie, was? Wieso, weshalb ... wo ist die Sesamstraße geblieben? Die Fernsehzuschauer müssen sich an neue Sendeplätze für die Kindersendung gewöhnen. Eine Online-Initiative wehrt sich dagegen.

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Draußen zu spielen ist immer noch besser als vor der Flimmerkiste zu hocken. Das weiß auch die Initiative Jugendkommunikation. Allerdings meint sie auch, die Kindersendung Sesamstraße habe einen hohen pädagogischen Anspruch. Da Ernie, Bert & Co. aber von ihrem gewohnten Sendeplatz 18.00 Uhr in den dritten Programmen auf einen Morgenplatz verdrängt wurden, fürchtet sie, die Zeit der mit lustigen und lehrreichen Geschichten eingeleiteten Abende sei vorbei. Viele Kinder hätten um die neue Sendezeit keinen Zugang zu einem Fernseher -- oder auch keine Lust, sich stattdessen mittags vor die Glotze zu setzen, wenn die Sesamstraße im Kinderkanal läuft.

Seit heute gibt es daher eine von der Initiative initiierte Online-Kampagne, bei der sich jeder in eine digitale Unterschriftenliste eintragen kann. Mit diesen Unterschriften wollen die Organisatoren mit der Forderung auf die öffentlich-rechtlichen Sender zugehen, die Sesamstraße müsse ins Vorabendprogramm zurück. Nur dort könne sie von Eltern und Kindern gemeinsam gesehen werden.

Die Initiative sieht sich nicht allein. Nach der Entscheidung des NDR-Rundfunkrats im Mai habe es von vielen Seiten Proteste gegeben, Zuschauer haben beim NDR angerufen und eine Demonstration organisiert. Auch Politiker aller Fraktionen sollen in den Protestchor mit eingestimmt haben. Dem NDR geht es offenbar darum, auf der "18-Uhr-Schiene" Privatsendern Konkurrenz zu machen. Diese senden zu der Zeit regionale Informationen -- wie es nun auch der NDR machen will. Zudem sei die SesamstraĂźe auch von jĂĽngeren Zuschauern nicht mehr in dem Umfang wie frĂĽher angenommen worden.

Ob der angebliche Quotenrutsch unter den Jüngsten an der abendlichen Uhrzeit liegt oder vielleicht an dem Konzept der Sesamstraße -- das liegt momentan in den Sternen. Fest steht, dass seit Erstaustrahlung der Sendung vor 30 Jahren -- in der Pilotphase war es noch das US-amerikanische Original ohne Übersetzung -- die Bewohner der Sesamstraße sehr oft gewechselt haben. Es soll Fernsehzuschauer geben, denen die originale Sesamstraße mit Oscar in der Mülltonne und Bibo besser gefallen hat als der deutsche Abklatsch mit Rumpel und Samson. Doch diese sind womöglich schon aus dem Sesamstraßen-Alter heraus. (anw)