Ballmer verkündet neue SharePoint-Server

Microsoft-Chef Steve Ballmer nutzte die SharePoint Conference in Las Vegas, um Details der kommenden Version von Microsofts Collaboration Platform SharePoint 2010 zu enthüllen.

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Von
  • Hans-Peter Schüler

Auf seiner Keynote zu Microsofts SharePoint Conference 2009 in Las Vegas präsentierte Konzernchef Steve Ballmer drei Gesichtspunkte, in denen sich die fürs erste Halbjahr 2010 angekündigten SharePoint Server 2010 von der aktuellen Version abheben sollen.

Der erste dieser Gesichtspunkte betrifft neue Bedienoberflächen. Wie zu erwarten war, soll der kommende SharePoint Designer über ein Ribbon auch Anwendern Gelegenheit geben, eine Webseite aus Web Parts zusammenzubauen. Unter den Web Parts gibt es unter anderem einen neuen Typ für externe Inhalte, die etwa von einem SQL Server oder von Office-2010-Programmen bereitgestellt werden und die der SharePoint-Server dann als Web-Inhalt absichert. Office 2010 soll regulär als Client auch zur Nutzung dieser Inhalte in Betracht kommen, sodass man etwa eine Adressdatenbank von einem SQL-Server in SharePoint veröffentlichen und mit entsprechendem Web Part wie mit Outlook bearbeiten kann. Außer per SharePoint Designer sollen sich die Seiten eines Share auch per InfoPath und über Access Services schreiben lassen.

Als weitere Besonderheit zeigte sich ein SharePoint Developer Dashboard, das unterm Strich eine komplette Debugging- und Entwicklungsumgebung für die Konfiguration dynamischer Webseiten darstellt.

Gehostete SharePoint-Server in der Cloud bildeten den zweiten Aspekt auf Ballmers Liste. Bereits heute brüstet sich Microsoft mit einer Million SharePoint-Online-Nutzern; durch bessere Unterstützung für mehr Browser soll die Zahl noch wachsen. Die ausdrückliche Proklamation "Broader Embrace and Support for Standards" mag freilich manchem Zuhörer etwas suspekt erscheinen, stand sie doch in der Vergangenheit vielfach für Microsofts Bemühungen, etablierte Standards durch eigene Erweiterungen zur Redmonder Spezialität umzumünzen.

Drittens wurde eine Erweiterung angedeutet, um SharePoint künftig nicht mehr nur auf intern oder extern betreute Intranet-Sites, sondern auch auf weltweit zugängliche Internet-Sites anzusetzen. Gesondert vermarktete SharePoint-Server für Internet-Sites sollen dafür sowohl aufgebohrte Search-Module aus den Federn des übernommenen Softwarehauses Fast umfassen als etwa auch einen in Silverlight funkenden Mediaplayer-Web-Part.

Ein ganzes Bündel diversifizierter Produkte vom "herkömmlichen " SharePoint-Server über das in der Cloud betriebene SharePoint Online, eine SharePoint Foundation bis zu einer Standard- und einer Enterprise-Ausgabe von SharePoint Server for Internetsites und einem eigenen Fast Search Server kommt nach Redmonder Fahrplan in der ersten Hälfte 2010 auf den Markt. Bereits im November dieses Jahres soll es eine öffentliche Beta von SharePoint 2010 geben, wobei sich Ballmer jedoch nicht festlegte, welche dieser einzelenen Produkte darin enthalten sein werden. (hps)