Bericht: SAP gewährt Siemens Preisnachlass [Update]

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP konnte einem Medienbericht zufolge den Servicevertrag mit der Siemens AG offenbar nur mit Preisnachlässen zurückerobern.

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Siemens hat den zunächst gekündigten Wartungsvertrag mit SAP teilweise verlängert. Laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag hat SAP den Zuschlag für einen Großteil des bisherigen Wartungsvolumens erhalten. Ein deutlich kleinerer Teil solle an das US-Unternehmen Rimini Street gehen, berichtet die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe.

Siemens bestätigte die Einigung am Dienstagabend: "SAP und Siemens arbeiten auch künftig bei der Wartung zusammen", zitiert das Blatt einen Unternehmenssprecher. Unter Berufung auf Konzernkreise heißt es weiter, der neue Vertrag laufe über drei Jahre und die Konditionen seien "erheblich günstiger als zuvor". Siemens, mit weltweit 300 Installationen einer der größten SAP-Kunden, hatte den prestigeträchtigen Wartungsvertrag mit SAP im Sommer überraschend gekündigt.

Branchenkennern zufolge könne die Einigung mit Siemens nachhaltige Folgen für das bisher besonders profitable Servicegeschäft von SAP haben. "Eine Teilvergabe an Rimini Street und der Preisnachlass könnten für SAP zum Dammbruch werden", zitiert die Zeitungen einen ungenannten Experten. SAP hat gegenüber der Zeitung keine Stellungnahme abgegeben.

Update: Inzwischen hat SAP die Verlängerung des Siemens-Vertrags bestätigt. In einer Mitteilung weist das Unternehmen darauf hin, dass die Verlängerung "für alle im Konzern eingesetzten SAP-Anwendungen" gelte. "Wir haben mit Siemens einen Wartungsvertrag über alle Lösungen", betonte ein Sprecher. Rimini Street sei "nicht an Bord bei Siemens". Der Vertrag laufe drei Jahre und umfasse "die SAP-Standardwartung für Großunternehmen". Zudem habe sich Siemens für die Einführung von SAP Supplier Relationship Management (SAP SRM) für das Lieferantenmanagement entschieden. (vbr)