Gewerkschaften wehren sich gegen Belgacom-Börsengang
Die Arbeitnehmervertreter fürchten Verlust von Rentenansprüchen und schlechteren Kündigungsschutz, deshalb drohen sie mit Streiks.
Der Verkauf der staatlichen Mehrheitsanteile am belgischen Ex-Telecom-Monopolisten Belgacom würde auf erbitterten Widerstand der Gewerkschaft stoßen. Gegenüber der FTD sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft CGSP, die etwa 19.000 Belgacom-Mitarbeiter vertritt, Scailet: "Sollte sich die Regierung dazu entschließen, wäre das eine Kriegserklärung". Gegen den möglichen Börsengang werde sich die Gewerkschaft mit Streiks wehren. Die Arbeitnehmervertreter fürchten den Verlust von Pensionsansprüchen und eine Verschlechterung des Kündigungsschutzes.
Der Börsengang wäre der größte in Europa seit Februar 2001. Im Vergleich zu den anderen ehemals staatlichen Telecom-Betrieben ist die Belgacom mit 482 Millionen Euro Verbindlichkeiten nahezu schuldenfrei, hatte der Konzern doch keine der teuren UMTS-Lizenzen erworben. Belgacom-Chef Didier Bellens und die Minderheitsaktionäre drängen auf den IPO. (tol)