Studie: Mobilfunk-Kunden zurĂĽckhaltend wegen Tarifunsicherheit
Knapp ein Drittel der Mobilfunk-Kunden lehnen nach einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney Multimedia-Dienste wegen der hohen und unĂĽbersichtlichen Tarife ab.
Nach einer Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney nutzen knapp ein Drittel der deutschen Mobilfunkkunden keine Multimedia-Dienste wegen undurchsichtiger und zu hoher Tarife. Nach Expertenmeinung bedeuten die Ergebnisse der Mobilfunkstudie, dass sich die Unternehmen bei der Einführung des UMTS-Funknetzes (Universal Mobile Telecommunications System) vor allem Gedanken über eine klare und übersichtliche Tarifstruktur machen sollten. Während sich die potentiellen UMTS-Kunden eher Gedanken um die Kosten des neuen Mobilfunkstandards machen, suchen die Fachleute der Netzbetreiber nach der ultimativen "Killer"-Applikation. Über ihre UMTS-Tarifpläne geben die Mobilfunkanbieter dagegen bislang keine Auskunft.
Die A.T. Kearney-Studie besagt, dass 29 Prozent aller Mobilfunknutzer aus Kostengründen bislang keine mobilen Datendienste genutzt hätten. Laut Martin Sonnenschein, Vize-Präsident von A.T. Kearney, ist für die Kunden nicht einmal das absolute Preisniveau entscheidend, wichtiger sei vielmehr eine transparente Preisstruktur und eine klare und einfache Kommunkation. Während viele Kunden ein Gefühl für Länge und Preis eines Telefonats hätten, gebe es bei Datenübertragungen keine "gefühlten" Preise.
Nach Ansicht von A.T.-Kearney-Mobilfunkexperte Hagen Götz Hastenteufel werde der Mobilfunkkunde intransparente und als zu hoch empfundene Preise mit verhaltener Nutzung quittieren, was für Multimediadienste und manchen auf ihnen beruhenden Geschäftsmodellen das vorzeitige Ende bedeuten könne. Hastenteufel führt als positives Beispiel für eine einfache und transparente Preisstruktur den in Japan erfolgreichen i-mode-Dienst an. Besonders wichtig sei es, so Hastenteufel, dass das erste Tarif-Modell gleich "sitzt" und nicht ständig nachgebessert werden muß. Insgesamt sieht A.T. Kearney für UMTS ein Potential von 20 Millionen Kunden, warnt bei der Vielfalt der kommenden Dienste wie Videotelefonie, Börsenhandel und M-Commerce aber vor unübersichtlichen Preisstrukturen. (rop)