Immer diese Schmids: Mobilcom-CEO Grenz wird verklagt

Mit Hilfe eines Gutachtens und dem FDP-Anwalt Kubicki wollen die Schmids es dem neuen Vorstandsvorsitzenden offenbar heimzahlen.

vorlesen Druckansicht 21 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Torge Löding

Gerade hat das Telecom-Unternehmen Mobilcom das Erreichen der Ertragswende verkündet, da steht neuer Ärger mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Gerhard Schmid und dessen Ehefrau Sybille Schmid-Sindram ins Haus. Im Auftrag der Millenium GmbH -- die Firma von Schmid-Sindram ist Großaktionär bei Mobilcom -- hat der Anwalt und als FDP-Politiker nicht ganz unbekannte Wolfgang Kubicki Anzeige wegen des Verdachts auf Untreue gegen den amtierenden CEO und ehemaligen Finanzchef bei Mobilcom Thorsten Grenz erstattet. Das berichtet der Stern in seiner aktuellen Ausgabe.

Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid hatte zu seiner Zeit als CEO vor mehr als zwei Jahren in einem "Aktienoptionsprogramm zur Händlermotivation" rund 70 Millionen Euro von der Mobilcom an Millenium überweisen lassen. Deshalb ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel gegen Schmid wegen des Verdachts der Untreue.

Nun zitiert der Stern aber ein Gutachten von Barbara Dauner-Lieb, Richterin im Gesellschaftsrechtssenat des Oberlandesgerichts Köln, das diese im Auftrag der Millenium GmbH erstellt habe. Dauner-Lieb kommt zu dem Schluss, dass "all die Vorgänge, für die (...) der Vorstandsvorsitzende (Schmid) verantwortlich gemacht wurde, (auch) in den unmittelbaren Verantwortungsbereich des Finanzvorstands fielen". Und der damalige Finanzvorstand war der heutige CEO Grenz.

Das Magazin zitiert Schmid: "Der Aufsichtsrat muss jetzt für die Gesellschaft Schadenersatzansprüche gegen Grenz stellen." Ein Mobilcom-Sprecher hält dagegen: "Die Vorwürfe gegen Herrn Grenz sind unbegründet. Gerhard Schmid hat das Geschäft unter Täuschung seiner Vorstandskollegen sowie des Aufsichtsrats patriarchisch veranlasst und realisiert." (tol)