Klagedrohungen der US-Musikindustrie rufen US-Senat auf den Plan
Der ständige Untersuchungssausschuss des US-Senats will die Klagedrohungen der RIAA gegen Tauschbörsennutzer in Anhörungen diskutieren.
Ein Ausschuss des US-Senats will Anhörungen anberaumen, um die jüngsten Klagedrohungen der Recording Industry Association of America (RIAA) zu diskutieren. Das kündigte der republikanische US-Senator Norm Coleman nach US-Medienberichten am gestrigen Donnerstag an.
Der ständige Untersuchungsausschuss (Permanent Subcommittee on Investigations, PSI), dem Coleman vorsitzt, bewertet zurzeit die Antwort der RIAA auf einen Brief, den Coleman Anfang August an die RIAA geschickt hatte. Darin kritisierte er die RIAA wegen ihres Verhaltens gegenüber Tauschbörsianern. Nicht nur der Umfang der RIAA-Kampagne sei beunruhigend, sondern auch die Tatsache, dass die RIAA die Herausgabe der Namen von Tauschbörsen-Nutzern verlange. Dies könne zu unabsehbaren Folgen für die Privatsphäre der Nutzer führen, hieß es in Colemans Brief. Zudem befürchte er, dass Unschuldige darunter leiden könnten, wenn die RIAA ihre Drohungen wahr macht, etwa Eltern und Großeltern, deren Kinder und Enkel ihre Computer für illegale Downloads verwendeten. Viele Tauschbörsianer seien sich auch nicht bewusst, dass sie eine Straftat begingen, meinte Coleman.
Die Musiklobbyisten von der RIAA scheint Colemans Vorgehen zu erfreuen. Dort heißt es US-Medienberichten zufolge, man begrüße Anhörungen als Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen und seine Position offen darzulegen.
Die US-amerikanische Musikindustrie geht seit Ende Juni massiv gegen Tauschbörsennutzer vor. Sie verlangt von Internetanbietern die Namen von Kunden, die kostenlos Musik anbieten. Sobald die Daten vorliegen, würden diese Internetnutzer wegen Verletzung von Urheberrechten verklagt. Die RIAA drohte Schadenersatzforderungen von bis zu 150.000 US-Dollar pro heruntergeladenem Song an. (ola)