Rückschlag für die Telekom bei Call-by-Call im Ortsnetz
Die Verbindungspauschale, die Call-by-Call-Anbieter an die Telekom zahlen, soll gestrichen werden.
Die Koalition beabsichtigt nach Informationen der Berliner Zeitung, bei der im Herbst anstehenden Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) den Aufschlag von 0,4 Cent pro Verbindungsminute wieder zu streichen. Die entsprechende Vorschrift war erst Ende 2002 in das Gesetz eingefügt worden. Sie besagt, dass Call-by-Call-Anbieter von Ortsnetzgesprächen angemessen an den Kosten der Telekom-eigenen Teilnehmeranschlüsse zu beteiligen seien.
Der Gesetzgeber wollte mit dem Aufschlag erreichen, dass private Anbieter von Lokalgesprächen nicht über Gebühr von den Milliardeninvestitionen der Telekom in ihre Ortsnetze profitieren. Der Aufschlag sollte überdies regionale Telefonnetzbetreiber in Ballungsräumen wie etwa Berlikomm in Berlin oder Hansenet in Hamburg vor Dumpingpreis-Konkurrenten schützen, die selbst kein Geld in den Ausbau eigener Ortsnetze investiert haben. Davon ist jetzt allerdings keine Rede mehr. RegTP-Chef Matthias Kurth rechnet mit einem weiteren Absinken der Preise für Call-by-Call im Ortsnetz.
Die Regulierungsbehörde schätzt, dass dank der neuen Konkurrenzangebote bereits sieben Prozent aller Ortsnetzverbindungsminuten von Telekom-Wettbewerbern abgewickelt werden. (tol)