FTC-Vertreter skeptisch gegenĂĽber Anti-Spam-Gesetz
Der aktuell debattierte Gesetzentwurf kann mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen, befĂĽrchtet der Chef der US-Handelsausfsicht.
Ausgerechnet Timothy Muris, Leiter der Federal Trade Commission (FTC), der im Kampf gegen Spam stets vornean steht, hat sich ablehnend gegenüber der Einführung eines Anti-Spam-Gesetzes in den USA geäußert. Auf einer Konferenz der Progress and Freedom Foundation sagte Muris, das Anti-Spam-Gesetz könne mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.
Zwar sei das Spam-Problem eines, das die Marktkräfte nicht alleine lösen könnten und somit "ein Kandidat erster Klasse für eine Regierungs-Intervention". Der aktuell diskutierte Gesetzentwurf erschwere es aber beispielsweise, gegen einen Händler vorzugehen, wenn dieser eine dritte Partei anheuere, um die Massen-Mails zu versenden. Dann müsse die FTC beweisen, dass der Händler gewusst habe, dass der Versender in der Absicht handle, das Gesetz zu verletzten.
Handlungsbedarf sieht Muris allerdings mehr denn je. So berichtete er, dass in 2001 täglich 10.000 Spam-Mails von Nutzern zu Beschwerdezwecken an die FTC weitergeleitet wurden. Zurzeit erreichen die Behörde täglich 130.000 solcher Mails. Ein zentrales Problem bei der Fahndung nach Spammern ist es nach der Meinung von Muris, dass die Ermittlung der Identität des Spammers äußerst schwierig ist. "Eigentlich wäre der einzige Weg das Internet Protocol neu zu definieren. Ich hoffe allerdings nicht, dass es dazu kommt", erklärte der FTC-Chef.
Muris, der sich unter anderem für die Do-not-call-Initiative -- einer Art Robinson-Liste gegen Reklameanrufe -- verantwortlich zeichnet, setzt zurzeit alles darin, unter seiner Ägide eigene FTC-Spam-Cops zu etablieren. (tol)