Tiefseeschwamm produziert Lichtleiter
Forscher der Bell Laboratories haben herausgefunden, dass ein Tiefseeschwamm ausgezeichnete natĂĽrliche Glasfaser fĂĽr die optische DatenĂĽbertragung liefert.
Der Tiefseeschwamm Euplectella setzt sich am Meeresgrund mit einem dichten Büschel feiner, einige Zentimeter langer Silikat-Nadeln im schlammigen Boden fest. Forscher um Vikram Sundar von den Bell Laboratories haben jetzt herausgefunden, dass die optischen Eigenschaften dieser Nadeln sie zu ausgezeichneten natürlichen Glasfaser für die optische Datenübertragung machen. Der Schwamm könnte wichtige Hinweise geben, wie Glasfasern bei niedrigen Temperaturen gefertigt werden könnten, um so eine sehr viel höhere mechanische Stabilität zu bekommen, schreiben die Forscher im Wisenschaftsmagazin Nature ( Vol. 21. August 2003 S. 899).
Die Nadeln haben einen Durchmesser zwischen 40 bis 70 Mikrometer und sind zwischen fünf und 15 Zentimeter lang. Unter dem Elektronenmikroskop enthüllten die zunächst homogen wirkenden Nadeln eine differenzierte Struktur, die im Querschnitt ein wenig an einen Baum erinnern. Ihre Brechungsindexverteilung ähnelt modernen Glasfasern: Im Zentrum -- mit etwa 2 Mikrometer Durchmesser -- ist der Brechungsindex besonders hoch, fällt dann steil ab, um zum Rand hin noch einmal etwas anzusteigen. Bei Messungen stellte sich tatsächlich heraus, dass in Epoxidharz eingegossene Fasern einzelne Moden (Anzahl der geführten Wellen) hervorragend übertragen, während nicht umhüllte Fasern sich hervorragend zur Übertragung von vielen Moden eignen. (wst)