Hutchison hat bislang weltweit 520.000 UMTS-Kunden [Update]
Den besten Start unter den fĂĽnf aktiven 3G-Netzen von Hutchison (Markenname "3") hat Italien erwischt; Schweden und Ă–sterreich haben zusammen 15.000 UMTS-Nutzer.
Der Hongkonger Hutchison-Whampoa-Konzern hat am heutigen Donnerstag seine Halbjahresbilanz veröffentlicht. Darin werden nunmehr offiziell erstmals UMTS-Userzahlen bekannt gegeben: 520.000 sind es weltweit bei Hutchison. Den besten Start unter den fünf aktiven 3G-Netzen (Markenname "3") hat Italien erwischt, wo sich unter den 58 Millionen Einwohnern schon 300.000 3-Kunden finden. Deutlich abgeschlagen liegt 3 UK; unter den 60 Millionen Briten wurden trotz aggressiven Preiskampfes nur 155.000 Kunden gewonnen. Für Australien (19 Millionen Einwohner) nennt die Bilanz 50.000 Kunden. Die restlichen 15.000 Abnehmer verteilen sich den Angaben zu Folge auf Schweden (Bevölkerung neun Millionen, 9.000 UMTS-Nutzer) und Österreich (acht Millionen Einwohner, 6.000 UMTS-Kunden), wo der Netzstart erst im Mai erfolgte.
Nachdem ursprünglich bis Jahresende alleine in Großbritannien eine Millionen Kunden erreicht werden sollte, ist nunmehr von einer Million in allen sieben bis dahin laufenden Netzen zusammen die Rede. Die 2G-Kundenzahl ist bei Hutchison im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 7,1 Millionen gewachsen. Der 3-Start in Dänemark ist für das vierte Quartal vorgesehen, in Hongkong selbst ist nach mehrmaliger Verschiebung nun von einem Marktauftritt "nach der Sommerperiode" die Rede. Offiziell soll ein Mangel an Endgeräten aufgrund des "großen Erfolges in Europa" die Ursache für die Verschiebungen sein. Tatsächlich dürften aber technische Probleme eine wesentliche Rollte spielen. Im Juni mussten in Hongkong 700 Node B von Nokia abgerissen und durch Hardware anderer Hersteller ersetzt werden, nachdem Nokia bei Interoperabilitätstests durchgefallen war.
Bei einem Umsatz von rund 66 Milliarden Hongkong-Dollar (annähernd 7,7 Milliarden Euro) wurde im Gesamtkonzern ein den Teilhabern zurechenbarer Reingewinn von rund sechs Milliarden Hongkong-Dollar (706 Millionen Euro) erwirtschaftet. Während der Umsatz im Jahresabstand um 41 Prozent gestiegen ist, konnte der Gewinn nur durch Verkäufe und Rücklagenauflösungen gehalten werden; letztlich kam ein plus von zwei Prozent heraus. Die teilweise erwarteten 20 Prozent sind damit weit verfehlt worden, die Börsen nahmen die Ergebnisse dennoch freundlich auf. Wenn man außergewöhnliche Belastungen und die 3G-Verluste herausrechnet, ist der Gewinn nämlich um beachtliche 47 Prozent gewachsen.
Besonders negativ auf die Sechs-Monats-Bilanz haben sich die Abschreibung der Global-Crossing-Investitionen und die ausgebliebenen Dividendenzahlungen der Deutschen Telekom ausgewirkt. Hutchison Whampoa, mehrheitlich direkt oder indirekt im Eigentum des Milliardärs Li Ka-shing, hielt im Januar noch 117 Millionen T-Aktien (2,78%). Seither wurde eine unbekannte Menge an Vodafone- und T-Aktien veräußert. Zum 30 Juni (T-Schlusskurs 13,29 Euro) betrug der Wert der an beiden Unternehmen gehaltenen Anteile nur noch 11,56 Millionen Hongkong-Dollar (1,36 Millionen Euro). Gegen die bislang etwa 16,7 Milliarden auf UMTS gesetzten Hongkong-Dollar (rund 2 Milliarden Euro) ein eher unscheinbarer Betrag. (Daniel AJ Sokolov) (jk)