Premiere erteilt MHP eine Absage
Mit klaren Worten schließt Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler die Unterstützung der Multimedia Home Platform (MHP) für absehbare Zeit aus.
Bisher waren es eher nebulöse Andeutungen und die angeschlagene wirtschaftliche Situation des Bezahl-TV-Anbieters Premiere, aus denen man dessen skeptische Einstellung zur Multimedia Home Platform (MHP) ablesen konnte. Im Vorfeld der IFA sprach Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler klare Worte: "Für MHP werden wir in den nächsten zwölf Monaten keinen Euro ausgeben", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Interaktives Fernsehen sei auch ohne MHP möglich.
Fernsehsender und Unterhaltungsindustrie arbeiten bereits seit Jahren an MHP als Basis digitaler TV-Zusatzdienste wie komfortable Programmführer oder Online-Shopping. Schon vor zwei Jahren hat sich die Branche grundsätzlich für MHP als Standard entschieden; die "Mainzer Erklärung" vor knapp zwei Jahren hat auch Premiere unterzeichnet. Doch die konkrete Umsetzung im digitalen TV-Dauerbetrieb kommt nur schleppend voran. Auch die diesjährige IFA sollte dem Konzept weiteren Anschub geben. Die Initiative dürfte durch die Äußerung Koflers einen erneuten Dämpfer erhalten -- insbesondere angesichts der weiten Verbreitung der DBoxen als Premiere-Decoder. (law)