"Keine Gefahr der Kannibalisierung"
Im Ethernet-Switch-Markt toben Rabattkämpfe – und nicht nur dort. Distributoren kämpfen mit aggressiven Aktionspreisen um Käufer. Heise resale hakt nach und sprach mit Marianne Nickenig, Managing Director Algol Europe.
(Bild: Algol Europe)
heise resale: Sind Rabattschlachten in der Distribution wirklich sinnvoll?
Marianne Nickenig: Rabattschlachten sind in keiner Weise sinnvoll. Kurzfristig mag für den Einzelnen Zusatzgeschäft entstehen, aber auf lange Sicht ist es schwierig, einmal eingeräumte Rabatte zu streichen und zum eigentlichen Preis wieder zurück zu kommen. Um neue Produkte im Markt zu etablieren oder auch den Abverkauf bestimmter Produkte anzukurbeln, kann eine Rabattaktion sicher Vorteile bringen – aber das ist nur von kurzer Dauer. Des weiteren tragen solche vom Hersteller getriebenen Rabattaktionen dazu bei, den Graumarkt weiter zu verschärfen, was weder im Sinne des Herstellers noch des Distributors sein kann.
heise resale: Besteht da nicht die Gefahr der Kannibalisierung?
Nickenig: Die Distribution hat oft mehrere Hersteller mit gleichem Produktportfolio im Angebot, wobei sich Preiskämpfe immer für einen der Partner als nachteilig erweisen. Algol konzentriert sich mit ihren Herstellerpartnern auf das Projektgeschäft und bedient die Anforderungen der Kunden mit jeweils einem Hersteller für die gewünschte Produktlinie. Daher ist die Gefahr der Kannibalisierung für uns eher gering.
heise resale: Nehmen die Handelspartner solche Aktionen an?
Nickenig: Aktionen mit erkennbaren Preisvorteilen werden mit großem Interesse angenommen. Dabei geht es den Partnern in erster Linie um den Einkaufsrabatt, der gerade in Zeiten mit sensibilisiertem Kostenbewusstsein große Bedeutung inne hat. Trotz alledem ist aber auch die Attraktivität der Zusatzprämien oft das Zünglein an der Waage. Diese werden gerne als Goodie mitgenommen, gerade das iPhone zieht hier sehr gut. (map)