Intel: Bessere Prognosen kein Zeichen fĂĽr eine Trendwende
Die Euphorie über Intels angehobenen Geschäftsprognosen hielt an den Börsen nur kurz an; nun dämpft auch Intel selbst die Erwartungen für einen allgemeinen Aufschwung.
Immerhin eine kurzfristige Rally an den Börsen löste Intel am vergangenen Freitag aus, als der weltgrößte Chip-Hersteller seine Prognosen für das laufende Geschäftsquartal kräftig anhob. Zwar ließ die Euphorie bald wieder nach und die Kurse auch vieler Hightechwerte sanken wieder -- aber viele Analysten sahen die höheren Umsatz- und Gewinnerwartungen zumindest als ein Zeichen für eine mögliche Trendwende an, und das vor allem beim Konsumverhalten der Verbraucher in den USA und in asiatischen Ländern. Mit zum schnellen Ende der anfänglichen Euphorie trugen aber auch warnende Stimmen bei, dass noch keineswegs absehbar sei, ob die großen Firmen weltweit wieder stärker investieren und ihre IT-Infrastruktur wieder ausbauen würden. Dies sei aber notwendig für eine wirkliche und dauerhafte Erholung der Wirtschaft.
Nun versucht auch Intel selbst, die Wogen wieder zu glätten: Der Anstieg von Umsatz und Gewinnmarge im dritten Quartal sei nicht unmittelbar auf einen Umschwung in der Halbleiterindustrie zurückzuführen. Es sei zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen, sagte Intel-Vorstandschef Craig Barrett laut dpa am heutigen Montag anlässlich der Eröffnung des Intel Innovation Center in Taiwan. Bereits zuvor hatte Barrett vor verfrühter Euphorie gewarnt: "Ich habe die konservative Einstellung, dass ich den Aufschwung erst ausrufe, nachdem er eingesetzt hat." Zwar befinde sich Intel wie viele andere Firmen in dem Prozess, eine große Anzahl von PCs aufrüsten oder neu anschaffen zu müssen -- "bevor ich allerdings von einer generellen Markterholung spreche, bedarf es mehr", sagte der Intel-Chef kurz bevor sein eigenes Unternehmen die neue, verbesserte Prognose bekannt gab. (jk)