15,6-Zoll-Notebook mit mattem Display für 700 Euro [Update]

Aldi verkauft ab heute ein 15,6-Zoll-Notebook für 699 Euro, das mit guter Ausstattung, mattem Display und langer Laufzeit punktet. Es entspricht weitgehend dem MSI X-Slim X600 mit Hochkapazitätsakku.

vorlesen Druckansicht 176 Kommentare lesen
Lesezeit: 5 Min.

Medion S5612 (MD97930): Flach, brauchbare Ausstattung (ohne DVD), lange Laufzeit

(Bild: Medion)

Das 15,6-Zoll-Notebook Medion Akoya S5612 ist für 699 Euro ab heute bei Aldi Nord und Süd erhältlich und lockt mit interessanten Eigenschaften: mattes Display, 3D-Grafikchip, lange Laufzeit, große Festplatte, Windows 7 und Details wie HDMI- und eSATA-Anschluss. Zusätzlich soll es bald in ähnlicher Konfiguration im Webshop von Medion zu finden sein.

Als Prozessor kommt kein besonders schneller zum Einsatz, sondern der SU4100 aus Intels Billig-Stromsparreihe mit nur 1,3 GHz und 2 MByte L2-Cache – immerhin die 2-Kern-Version, die alle nicht allzu rechenintensive Anwendungen problemlos bewältigt. Die 500-GByte-Festplatte gehört mit 78 MByte/s zu den schnellsten Exemplaren. Vom Hauptspeicher sind nur 3 GByte nutzbar, weil Medion die 32-Bit-Version von Windows 7 Home Premium installiert – [Update]eine DVD mit der 64-Bit-Version liegt bei.[/Update] Der Grafikchip ATI Mobility Radeon HD 4530 mit 512 MByte Speicher gehört zur unteren Mittelklasse und beschleunigt Spiele etwa dreimal schneller als Intels Chipsatzgrafik – für ältere Spiele reicht er, aktuelle verlangen nach mehr. Ein DVD-Laufwerk ist nicht eingebaut, Medion legt einen USB-Brenner bei. Auch ein Slot für CardBus- oder ExpressCard-Erweiterungskarten fehlt.

Das Display zeigt 1366 × 768 Punkte auf 15,6 Zoll, was einer Punktauflösung von 101 dpi entspricht. Es erreicht eine hohe Helligkeit von fast 250 cd/m² und eignet sich damit auch für Außeneinsätze. Die Farben leuchten für Notebook-Verhältnisse recht kräftig (aber erreichen noch lange nicht den sRGB-Farbraum), Kontrast und Blickwinkel liegen im üblichen Bereich. Die Oberfläche ist ergonomisch matt, doch auf dem breiten Plastikrand entstehen Blendungen.

Das Touchpad erkennt Zweifingergesten beispielsweise zum Scrollen, allerdings mit wenig Toleranz: Man muss die Gesten recht sorgfältig ausführen. Anders als bei einigen anderen MSI-Notebooks sind hier die Synaptics-Treiber installiert, die eine umfangreiche Konfiguration des Touchpads erlauben. Die Tastatur hat einen angenehmen, flachen Anschlag mit Tasten im von Desktop-Tastaturen gewohnten 19-mm-Raster. Der Ziffernblock hat nur drei Spalten und damit ein vom Standard abweichendes Layout.

Bei der Leistungsaufnahme macht sich allerdings der Grafikchip bemerkbar: Über 10 Watt sind für ein CULV-Notebook mit LED-Display nicht beeindruckend niedrig. Weil Medion einen 9-Zellen-Akku mit 90 Wh beilegt, kommt immer noch eine angenehm lange Laufzeit heraus: Fast acht Stunden bei gedimmtem Display, rund sechseinhalb bei voller Helligkeit. Die für das flache Gehäuse offensichtlich doch etwas hohe Leistungsaufnahme hat zur Folge, dass der Lüfter praktisch immer läuft. Das stört aber wenig, weil er unter niedriger Last nur in sehr ruhigen Umgebungen hörbar ist (leiser als der Lüfter des fast baugleichen MSI X-Slim X600) und auch unter hoher CPU- und Grafiklast vergleichsweise leise bleibt.

So gut der Laufzeit der stärkere Akku tut, hebt er doch das Gewicht des S5612 auf fast 2,4 Kilogramm. Das ist immerhin noch ein Pfund weniger als herkömmliche 15,4-Zoll-Notebooks, aber als echtes Leichtgewicht geht es nicht durch – wer sein Notebook jeden Tag tragen will, sollte sich bei Subnotebooks weit unter zwei Kilogramm umsehen. Zudem steht das S5612 hinten fast einen Zentimeter hoch. Das nicht besonders verwindungssteife Gehäuse bekommt so ein starkes Übergewicht und biegt sich deutlich durch, wenn man es beim Hochheben nur vorne anfasst – wenig vertrauenerweckend.

Gegenüber den Notebooks der 15,4-Zoll-Billigklasse macht das S5612 eine gute Figur: Mehr Laufzeit, weniger Gewicht, ein hinreichend schneller Zweikernprozessor, brauchbare 3D-Leistung, eine große und schnelle Platte. Doch für 700 Euro gibt es besser ausgestattete Modelle mit deutlich mehr Prozessor- und Grafikleistung, denen gegenüber also nur Gewicht und Laufzeit als Vorteil bleiben – will man die in 2,4 Kilogramm haben, bleiben allerdings wiederum nur wenige Modelle übrig, die allesamt über 1500 Euro kosten.

Im Vergleich mit anderen Notebooks der Leichtbau-Klasse (Thin and Light) bietet das S5612 eine interessante Kombination aus Zweikernprozessor, mattem und hellem Display sowie halbwegs ordentlichem 3D-Grafikchip. Bei gleicher Laufzeit etwas leichter ist das ebenfalls matte Acer Travelmate Timeline 8571, doch hat es ein dunkleres Display, nur Intels Chipsatz-Grafik und weder HDMI noch eSATA. Bei 3D und HDMI hält das Acer Aspire Timeline 5810 mit, doch hat es ein spiegelndes Display. Die meisten günstigeren Leichtbauer haben nur einen 1-Kern-Prozessor, der sich in vielen Situationen zäher anfühlt als die 2-Kern-Variante. Einen großen Test von leichten 15-Zoll-Notebooks hatten wir in c't 19/09 gebracht. (jow)