Internationale Funkausstellung beginnt mit großen Erwartungen der Industrie
Wichtiges Thema der IFA ist die Verschmelzung von Technologien und Branchen.
Mit großen Erwartungen der Industrie auf eine geschäftliche Trendwende beginnt am Freitag die 44. Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin. Auf der weltweit größten Ordermesse für die Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik sollen die Abwärtsentwicklung gestoppt und teils zweistellige Rückgänge des ersten Halbjahres aufgeholt werden. Erwartet wird, dass digitale Technik mit neuen Anwendungen, DVD-Recorder und auch flache TV- Geräte die Wende zum Positiven einleiten. "Die IFA wird die Messe flacher Fernsehgeräte", hieß es. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement will die IFA am Donnerstagabend offiziell eröffnen.
Die Vorzeichen für gute Geschäfte stehen nach Ansicht von Experten nicht schlecht. Die Messe Berlin meldet für die sechstägige IFA unter dem Motto Die Lust am Neuen mit 1007 Ausstellern aus 37 Ländern eine Rekordbeteiligung. Bei Sony gibt man sich zuversichtlich. "Es ist ein stabiler, leichter Aufwärtstrend abzusehen", sagte Leopold Bonengl, Chef von Sony Deutschland. "Wir werden mit der IFA diesen Schub mitnehmen, und das gilt auch für die gesamte Industrie."
Auch der Loewe-Vorstand und Vorsitzende des Aufsichtsrats des IFA-Veranstalters gfu, Rainer Hecker, erwartet, dass die Neuheiten und Innovationen den Fachhandel und die Konsumenten zum Kauf stimulieren. Viele Branchenmanager mahnten bei der Politik die Umsetzung von Reformen an, um das Vertrauen der Verbraucher wieder zu stärken.
Wichtiges Thema der IFA ist die Verschmelzung von Technologien und Branchen. "Die Verbindung von PC und TV ist ein Trend, der sich gerade in den letzten sechs bis neun Monaten entwickelt hat", sagte Jürgen Thiel, Deutschland-Chef des Chipherstellers Intel. Durch die Digitalisierung von Daten, Bildern, Musik und Filmen wachse die PC-Technologie mit den Geräten der Konsumentenelektronik immer schneller zusammen. Thema ist aber auch das intelligente Heim mit der Verbindung von Unterhaltungs-, Kommunikations- und Informationstechnik.
Auch bei der insolventen Grundig AG gibt es wieder Zuversicht. Teils drastische Umsatz-Einbrüche seien inzwischen zum Stillstand gekommen. "Alle Erhaltungsmaßnahmen machen nur Sinn, wenn wir uns auf der IFA dem Wettbewerb stellen", sagte Insolvenzverwalter Siegfried Beck. Auf der IFA sind Anbieter aus Asien sehr stark vertreten. Für Unternehmen aus Hongkong gibt es keine Krise auf dem deutschen Markt. Ihr Absatz von Audio- und Videoprodukten in Deutschland stieg in den sechs Monaten um 92 Prozent. (dpa)/ (tol)