Premiere will bis 2005 nicht auf MHP umrüsten
Der Pay-TV-Sender verschiebt eine mögliche Einführung des Standards für TV-Settop-Boxen immer weiter nach hinten.
In 12 Monaten, in 24 Monaten, irgendwann dann vielleicht am Sankt-Nimmerleins-Tag -- der Pay-TV-Sender Premiere verschiebt den Zeitpunkt für eine mögliche Einführung des TV-Settop-Boxen-Standards Multimedia Home Platform (MHP) immer weiter nach hinten. Sender-Chef Georg Kofler hatte vor wenigen Tagen gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung davon gesprochen, man werde in den nächsten 12 Monaten keinen Euro für MHP ausgeben. Nun erklärte er gegenüber dem IFA-Radio, in den kommenden zwei Jahren werde man keinesfalls auf MHP umrüsten.
"Für uns kommt es darauf an, wann es genügend MHP-fähige Geräte im Markt gibt und wann wir hier auch entsprechende Anwendungen zeigen können", meinte Kofler laut dpa zum Beginn der Internationalen Funkausstallung (IFA). Es werde sicherlich noch 24 Monate dauern, bis da eine entsprechende Basis vorhanden sei. Eine spätere Umstellung auf MHP nach dem Jahr 2005 schloss Kofler nicht aus.
Fernsehsender und Unterhaltungsindustrie arbeiten bereits seit Jahren an MHP als Basis digitaler TV-Zusatzdienste wie komfortable Programmführer oder Online-Shopping. Schon vor zwei Jahren hat sich die Branche grundsätzlich für MHP als Standard entschieden; die "Mainzer Erklärung" vor knapp zwei Jahren hat auch Premiere unterzeichnet. Die Branche warf Premiere immer wieder vor, die Einführung von MHP zu blockieren -- mangelnde Unterstützung bei der weit verbreiteten DBox als Premiere-Decoder war dem Standard nicht gerade förderlich. Die IFA sollte nun einen neuen Schub für MHP bringen -- was nach den jüngsten Äußerungen Koflers eher unwahrscheinlich erscheint. (jk)