Schweizer Gewerkschaft protestiert gegen Entlassungen bei EDS
Der Schweizer Tochter des IT-Dienstleisters wird Verletzung des Mitwirkungsgesetzes vorgeworfen.
Die Schweizer Tochterfirma des IT-Dienstleisters EDS will mehr als 100 Mitarbeiter vor die Tür setzen. In der letzten Augustwoche haben nach Angaben der Online-Gewerkschaft //syndikat bis zu 140 Schweizer-EDS-Beschäftigte einen blauen Brief erhalten. Dadurch sehen die Arbeitnehmervertreter das Mitwirkungsgesetz verletzt, welches vorsehe, dass die Gewerkschaft vor dem Aussprechen einer Kündigung informiert werden muss.
Nach Angaben von syndikat waren die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Geschäftsleitung in vollem Gange. "Damit werden die Bemühungen des Personals um alternative Szenarien ad absurdum geführt. Das und wer entlassen wird, war bereits beschlossene Sache", heißt es in einer Stellungnahme der Gewerkschaft. Der angekündigte Stellenabbau sollte durch Frühpensionierungen, natürliche Fluktuationen und insbesondere durch innovative Arbeitszeitmodelle erfolgen, heißt es weiter. Daran scheine die Geschäftsleitung aber nie ein ernsthaftes Interesse gehabt zu haben.
Am gestrigen Donnerstag hat nun eine Mitarbeiterversammlung die Gewerkschaft damit beauftragt, eine Verbandsklage auf Verletzung des Mitwirkungsgesetzes durch EDS vorzubereiten. Am kommenden Mittwoch findet eine weitere Protestversammlung statt, an der über weitere Schritte beraten werden soll. Im Juli hatte auch EDS Deutschland bekannt gegeben, bis zu 800 Arbeitslätze abzubauen. (tol)