Fujifilm macht Angebot fĂĽr Emtec-Datenmedien

Beim Wett-Bieten um die Sparte Datenmedien des insolventen Speichermedienhersteller Emtec Magnetics hat es eine Ăśberraschung gegeben.

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  • dpa

Beim Wett-Bieten um die Sparte Datenmedien des insolventen Speichermedienhersteller Emtec Magnetics hat es eine Ăśberraschung gegeben. Eine Initiative von vier Emtec- Managern, die von dem japanischen Magnetbandhersteller Fujifilm unterstĂĽtzt worden war, hat ihr Angebot zurĂĽckgezogen. Stattdessen wolle Fujifilm ein eigenes Angebot vorlegen, teilte die von den Emtec-Managern gegrĂĽndete Gesellschaft Deltona GmbH am Freitag in Ludwigshafen mit.

Der Betriebsrat der Emtec Magnetics GmbH in Willstätt (Baden-Württemberg) teilte mit, es sei noch nicht abzuschätzen, wie sich dies auf den Standort und den Erhalt von Arbeitsplätzen auswirken werde. Das Interesse von Fujifilm sei jedoch ein "positives Signal". An dem Geschäftsteil "professionelle Datenmedien", zu dem 200 von 450 Mitarbeitern in Willstätt gehören, ist auch das US-Unternehmen Imation Corporation interessiert. Es wird befürchtet, dass das Unternehmen die Sparte nach einer Übernahme schließen würde.

Bei der aus dem BASF-Konzern hervorgegangen Emtec-Gruppe hatten sich in jüngster Zeit die Insolvenz-Fälle gehäuft. Nachdem im April das Verfahren gegen die Tochter Emtec Magnetics eröffnet worden war, beantragten im Juni auch die Dachgesellschaft Emtec International Holding (Ludwigshafen) und die Vertriebsgesellschaft Emtec Consumer Media die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Noch 2001 hatte die Gruppe mit einem Umsatz von mehr als 730 Millionen Euro nach eigenen Angaben zu den größten Herstellern von Speichermedien weltweit gehört. Dazu zählen neben Audio- und Videokassetten, CD-R/CD-RW und DVD-R/DVD-RAM auch Bänder für Großrechner. In Willstätt hatten im Juli 2002 noch 1050 Menschen gearbeitet. Insgesamt war die Zahl der Mitarbeiter in den deutschen Emtec-Unternehmen von Juli 2002 bis Mitte Juni 2003 um fast 1000 auf 651 gesunken. (dpa) / (jk)