Verbraucherzentralen kritisieren Erhöhung der Telefon-Grundgebühren

Die Erhöhung der Grundgebühren der Deutsche Telekom für einen analogen Telefonanschluss stößt auf Kritik des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).

vorlesen Druckansicht 288 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Frank Möcke

Die Erhöhung der Grundgebühren der Deutsche Telekom für einen analogen Telefonanschluss stößt auf Kritik des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv). Leidtragende seien Wenig- und Kurztelefonierer, da der als Ausgleich angekündigte längere Abrechungstakt in den Nebenzeiten die erhöhte Grundgebühr nicht ausgleichen könne. Aus Sicht der Kunden wäre es besser gewesen, wenn die Telekom ihren Wettbewerbern ein attraktiveres Kostenangebot für die Anmietung der letzten Meile unterbreitet hätte.

Nach der Genehmigung durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) wird die Telekom ab 1. September die Grundgebühr für den analogen Telefonanschluss um fast 2 Euro von 13,72 auf 15,66 Euro pro Monat (+ 14 %) erhöhen. Betroffen sind etwa 23 Millionen Telefonkunden.

Jahrelang hatte die Telekom trotz wiederholter Kritik der Brüsseler Wettbewerbshüter von ihren Mitbewerbern für die Miete eines analogen Teilnehmeranschlusses mehr verlangt als von ihren Endkunden. Erst nachdem die EU-Kommission ein Bußgeld in Höhe von 12,6 Millionen Euro verhängt und die Telekom ultimativ aufgefordert hatte, die so genannte Preis-Kosten-Schere zwischen dem Endkundenpreis und den Mietkosten für die Wettbewerber zu schließen, hat die Telekom eingelenkt. Ergebnis ist die deutliche Erhöhung der monatlichen Grundgebühr für die Endkunden. Auch die Ersteinrichtung eines Anschlusses soll um 8,38 € teurer werden. Das Nachsehen werden vor allem die vielen Kurz- und Wenigtelefonierer haben.

Da nütze es wenig, dass die Telekom die Zeittakte in den Nebenzeiten verlängern wolle, so der Bundesverband weiter. Von den damit verbundenen Einspareffekten werde die Mehrzahl der Kunden ebenso wenig profitieren wie von speziellen Wochenend-Sondertarifen. Die zusätzlichen Maßnahmen seien reines Alibi. Wenn die Telekom es tatsächlich Ernst gemeint hätte, die Mehrbelastung der Kunden durch die höheren Grundgebühren auszugleichen, hätte sie die Gesprächsentgelte generell senken müssen. Da die meisten Wettbewerber mit eigenen Telefonnetzen aus wirtschaftlichen Gründen keine Analoganschlüsse anböten, bleibe den Verbrauchern kaum eine Alternative, als die Gebührenerhöhung hinzunehmen. Um dennoch Kosten zu sparen, empfiehlt der Bundesverband betroffenen Kunden die intensive Nutzung alternativer Anbieter bei Orts- und Ferngesprächen. (fm/ct) / (se)